Science Based Targets Initiative (SBTi) und Klimaschutz bei OTTO | mit Ralf Leister
Shownotes
📌 Unsere Learnings aus der Folge:
- Die OTTO Group hält an ihren Nachhaltigkeitsambitionen fest und lässt sich nicht von neuen Entwicklungen in der Regulierung abbringen.
- Die Mitarbeitenden der OTTO Group schätzen diese klare Entscheidung für Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
- Die Validierung nach der Science Based Targets Initiative (SBTi) ist inzwischen deutlich kürzer dank Digitalisierung
🧭 Gliederung der Folge:
- Ralfs Weg zur Nachhaltigkeit (03:09)
- Woher kommt die Motivation in der OTTO Group (04:37)
- SBTi bei der OTTO Group (06:01)
- Hebel beim Klimaschutz bei OTTO (08:54)
- Einfluss von OTTO auf Marktplatz-Unternehmen(15:32)
- Austausch mit anderen Unternehmen (19:00)
- Fokus 2025 und 2026 (19:56)
- Umgang bei OTTO von Nachhaltigkeit als Trendthema (21:57)
- Ralfs Netzwerktipps (27:49)
Wir haben das Gespräch mit Ralf am 15.12.2025 aufgenommen.
🔗 Mehr erfahren & vernetzen:
🎧 Wem diese Folge gefallen hat, dem empfehlen wir noch die Folge über SBTi und mit Katharina von Tchibo
👉 Der direkte Kontakt zu unserem Gast: Ralf Leister auf LinkedIn und Ralfs eigene Webseite für Moderations- und Präsentationstraining
🚀 Ralfs Netzwerktipps:
Lars Schellhas van Kisfeld - kommt auch bald zu uns in den Podcast :)
👉 Über euer Feedback freuen sich Meike & Nils via LinkedIn
📞 Oder direkt bei uns in Hamburg: 040 – 226 383 100
Der CEO2-neutral Podcast ist ein PHATes Projekt der Nachhaltigkeitsberatung PHATsustainability von PHAT CONSULTING
Transkript anzeigen
00:00:19: Moin und herzlich willkommen zu unserem CEO 203 Podcast, dem Interview Podcast von FET
00:00:24: Consulting. Wir begleiten Unternehmen auf ihrer Reise zu mehr Digitalisierung und Nachhaltigkeit
00:00:29: und das ist auch in Transformation gedacht und treffen dazu immer wieder interessante GesprächspartnerInnen,
00:00:35: die uns und euch inspirierend zu nachmachen und vielleicht auch hier und da einfach neue
00:00:40: Impulse geben. Denn am Ende glauben wir fest daran, dass die nachhaltige Transformation
00:00:44: auch nur gemeinsam gelingen kann. Und daher freuen wir uns eben auf den regelmäßigen Austausch
00:00:48: mit ExpertInnen. Und wir das sind, immer Nils und ich. Moin Nils, wie geht's? Moin Maike,
00:00:53: mir geht's sehr gut. Ich hatte gestern Abend ein sehr schönes Event und zwar mein Jüngster
00:00:59: hat gestern Abtanzball gehabt. Wie nennt man das? Also auf alle Fälle war das halt so, da
00:01:05: musste ich halt in der Vorbereitung nochmal das Tanzball schwingen und da hatte ich mir
00:01:08: nochmal schön langsam Walzer und Disco Fox und so. Aber irgendwie war es total süß, die Kids
00:01:13: zu sehen und insofern geht es mir heute beschwingt in den Tag. Dann tanzt du dich durch den Tag.
00:01:21: Ich habe nichts tanzbeingeschwungen, aber mir geht es auch sehr gut. Ich finde ja den Dezember
00:01:25: in Hamburg bis jetzt ganz großartig, weil so viel die Sonne scheint, auch gerade wieder.
00:01:30: Das gibt ja eine Menge Kraft, aber bevor wir jetzt so viel uns beide unterhalten, wen haben
00:01:34: wir denn heute, Daniel? Ja, wir haben Ralf zu Gast, Ralf Leister von Otto. Ralf ist schon
00:01:40: seit über zehn Jahren in verschiedenen Funktionen bei der Otto Group tätig und aktuell bist du
00:01:45: Program Lead Sustainability. Da du aber schon echt lange dabei bist, hast du nicht nur die
00:01:51: aktuelle Entwicklung im Blick, sondern insgesamt hast wahrscheinlich auch ganz guten Überblick
00:01:55: über die Reise, Otto bisher gemacht hat. Neben deinem Hauptberuf bist du aber auch noch Moderator
00:01:59: und Trainer, so haben wir uns auch kennengelernt, als du ein paar Kollegen und Kolleginnen von
00:02:04: uns, also bei FED, ein Moderationstraining gegeben hast. Umso schöner, dass wir uns jetzt auch
00:02:08: mal treffen hier im Podcast, um auch über den anderen Teil deines beruflichen Lebens mit
00:02:13: dir zu sprechen. Ralf, schön, dass du hier bist. Wie geht's dir? Moin, erstmal vielen Dank für
00:02:18: die Einladung. Ich musste gerade so schmunzeln, weil ich war vor einer Woche auf einem Winterball
00:02:23: und da waren dann auch die Teenies aus den Jugendkursen, die da ihren ersten Ball hatten, die alle ganz
00:02:30: aufgeregt. War auf jeden Fall eine schöne Zeit und war cool mal wieder. in so richtig schönem
00:02:35: Gewand dann auch das Tanzbein zu schwingen. Deshalb kann ich total gut verstehen, Nils,
00:02:39: dass du heute so grinsend hier im Podcaststudio sitzt. Ja guck mal, so sieht man dann wieder,
00:02:45: was man doch so beides erlebt hat. Reife starten immer mit derselben Frage, die wir unserem
00:02:51: Gast stellen und zwar, wie bist du zur Nachhaltigkeit gekommen, würdest du sagen? Das Thema prägt
00:02:57: dich schon länger und du hast es eigentlich total in dir, gab es vielleicht einen entscheidenden
00:03:01: Moment? Hat das bei dir beruflich irgendwie innerhalb der Auto Group dazu geführt, dich
00:03:06: mehr damit zu beschäftigen? Erzähl uns doch mal ein bisschen was dazu. Ich würde jetzt
00:03:09: lügen, wenn ich sagen würde, dass ich als Fünfjähriger schon den Traum hatte, Program Lead Sustainability
00:03:14: zu werden, während alle meine Freunde zur Polizei wollen oder ins Cockpit. Nein, was hat sich
00:03:19: bei mir in den letzten Jahren so ergeben? Ich würde sagen, so vor fünf Jahren habe ich angefangen,
00:03:24: Privatleben ganz viel mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Was heißt das konkret?
00:03:29: Ich habe Bücher gelesen. Ich habe aber auch Reports gelesen, die ganz alt sind, zum Beispiel
00:03:34: den berühmten Limits to Growth Report, der ja 72 vom Club of Rome veröffentlicht wurde. Den
00:03:39: wollte ich einfach mal in der Original-Fassung lesen und habe dann gemerkt, ey, das ist genau
00:03:44: mein Thema, das macht richtig Spaß. Hab darauf aufbauend dann in meinem Privatleben ein, zwei
00:03:49: Dinge umgekrempelt, hab meine Mobilität hinterfragt, meine Ernährungsweise hinterfragt und hab dann
00:03:54: aber irgendwann gedacht, so Mensch, ich möchte noch mehr machen. Ich möchte mich nicht nur
00:03:57: um meine Freizeit mit dem Thema auseinandersetzen, sondern auch in meinem Hauptjob, wenn man so
00:04:02: möchte. Denn in der Selbstständigkeit lebe ich das Thema schon länger, arbeite mit nachhaltigen
00:04:05: Start-ups zusammen, nachhaltigen Events und bin dann froh, dass ich 23 dann auch in der
00:04:10: Otto Group eine Rolle gefunden habe, die Programme Needs Sustainability heißt und bei Otto eben
00:04:15: genau das macht. Also ich darf mich da Tag ein Tag aus mit dem Thema Klimaschutz beschäftigen,
00:04:19: was genau das ist, was mich damals zur Nachhaltigkeit gebracht hat. Ja, bei Otto habt ihr ja ziemlich
00:04:25: ambitionierte Klimaziele, auch über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Wie kommt denn da so ein bisschen,
00:04:32: also woher kommt denn das eigentlich? Woher kommt denn da die Motivation? Magst uns ein
00:04:36: bisschen darüber erzählen? Klar, gerne. Wir gehen sicher im weiteren Verlauf auch noch
00:04:40: darauf ein, was das konkret für Klimaziele sind, aber erst mal zu der Motivation. Es ist ja
00:04:45: kein Geheimnis, dass wir ein Familienunternehmen sind und natürlich prägt dann die Unternehmerfamilie
00:04:50: Otto insbesondere so diese ganz langfristig strategischen Entscheidungen. Wir sagen immer
00:04:55: ganz gerne, dass das Thema Umweltschutz bei uns zuerst 1986 mal als strategisches Unternehmensziel
00:05:03: verankert wurde. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. 1986, da war ich noch
00:05:07: nicht mal geplant, aber das Thema Umweltschutz war schon strategisches Unternehmensziel. Das
00:05:12: hat sich natürlich seitdem stetig weiterentwickelt. Also was damals Umweltschutz war, ist heute
00:05:17: nicht mehr die Gänze von Umweltschutz, sondern da sind immer noch neue Dinge dazugekommen.
00:05:22: Und seit Februar dieses Jahres, seit Februar letzten Jahres haben wir dann auch entsprechend
00:05:28: unsere Klimaziele, die, wie du ja schon sagst, recht ambitioniert sind, validieren lassen.
00:05:33: Und das war für uns nur der logische nächste Schritt, weil wir eben sagen, Umweltschutz
00:05:37: ist etwas, das entwickelt sich weiter, genauso wie wir uns ja auch als Unternehmen stetig
00:05:40: weiterentwickelt haben. Genau, und jetzt vielleicht dann die Brücke, um auch bisschen konkreter
00:05:45: werden zu können. Ihr seid ja auch Teil der Science-Based-Targets-Initiative SBTI, die
00:05:50: uns auch viel über den Weg läuft hier im Podcast tatsächlich. Warum habt ihr euch auch der
00:05:54: angeschlossen und was bedeutet das für euch? Und sind darüber auch dann die konkreten Ziele
00:05:59: entstanden oder wie kann ich mir diesen Prozess vorstellen? Also erstmal, minimale Korrektur.
00:06:03: Genau genommen ist die Otto Group, also unsere Holding-Gesellschaft, bei der Science-Based
00:06:08: Target Initiative eingetragen. Nur falls jetzt jemand ganz ambitioniert nach Otto und Science-Based
00:06:12: Target Initiative sucht, also genau genommen ist das unsere Holding. Aber wir sind natürlich
00:06:16: als das größte Unternehmen und auch das, was den Namen der Holding gibt. wenn man so will,
00:06:22: von Anfang an daran beteiligt gewesen. Wir haben gesagt, wir wollen das Thema Umweltschutz,
00:06:27: Klimaschutz weitertreiben, nicht so wie wir es 1986 etabliert haben, sondern eben zeitgemäß
00:06:33: und haben da gemerkt, dass ja heutzutage gefühlt alles klimaneutral, klimapositiv ist, also
00:06:39: sehr viel Greenwashing betrieben wird. Deshalb, wie gesagt, haben wir wollen unsere Ziele validieren
00:06:44: lassen und wer könnte das besser als die Wissenschaft? Da wir jetzt intern aber nicht ganz so viele
00:06:48: Klimawissenschaftlerinnen bei uns haben, haben wir uns dann im Framework bedient, was die
00:06:52: Science-Based Target Initiative bereitstellt und haben da nach außen hin offiziell angefangen,
00:06:58: 22 dran zu arbeiten an unserem Commitment. Intern ging es natürlich schon vorher los, weil wir
00:07:04: gesagt haben, wenn man sich wirklich Klimaziele validieren lassen möchte, dann ist die Science-Based
00:07:09: Target Initiative so der Goldstandard. Und ich setze gerade Anführungszeichen, das hat man
00:07:14: vielleicht auch gehört, aber Wir sind wirklich davon überzeugt, dass das die beste Möglichkeit
00:07:19: ist, seine Klimaambition auch wissenschaftlich fundiert und ohne Schindluder zu betreiben,
00:07:24: nach extern kommunizieren kann. Für uns ist es im Wesentlichen dann eine Art und Weise
00:07:28: glaubhaft, die Verantwortung zu übernehmen und nicht nur das irgendwo drauf zu schreiben.
00:07:32: Das fängt ja schon damit an, dass man sich nicht nur auf den Unternehmenskern fokussieren darf,
00:07:37: sondern auch die berühmt berichteten Scope-3-Emissionen attackieren muss. Da kommen wir wahrscheinlich
00:07:43: gleich noch zu. Wie läuft denn das mit dem Prozess überhaupt ab? Also wird man dort Teil der SBTI
00:07:49: oder wie ist denn das einfach als Unternehmen, wenn man sagt, man möchte sich mit dem Thema
00:07:56: beschäftigen? Grundsätzlich ist es so, man bei denen ja auf die zugehen kann. Das ist
00:08:01: ja erstmal eine NGO, auf die man entsprechend als Unternehmen zugehen kann und sagen kann,
00:08:07: wir möchten unsere Ziele gemäß euren Standards validieren. Und damals war es noch so, wir
00:08:12: haben uns sehr viele PDFs hin und her geschickt. Das ist heutzutage zum Glück nicht mehr so,
00:08:16: da ist sehr viel digitalisiert worden. Konkret, wie es heute aussieht, weiß ich natürlich nicht,
00:08:20: weil wir den Prozess schon durchlaufen haben. Aber da wir auch einige Unternehmen aus unserer
00:08:25: Lieferkette bei dem Prozess begleiten, wissen wir eben, dass das schon sehr digital geworden
00:08:29: ist und auch mittlerweile sehr viel schneller funktioniert. Also gerade kleinere Unternehmen
00:08:33: können da innerhalb weniger Monate durch den Prozess durch, während wir von dem initialen
00:08:38: Commitment nach dem Motto, wir wollen mitmachen, bis hin zur Validierung fast zwei Jahre gebraucht
00:08:43: Ja krass, das zeigt ja auch die Ernsthaftigkeit dann auch dahinter. Wenn wir einmal reingucken,
00:08:50: was sind denn die größten Hebel, würdest du sagen, beim Klimaschutz für euch als AutoGlobe?
00:08:54: Also erstmal, wo du das Thema Herausforderungen ansprichst, das ist schon richtig. Vielleicht
00:08:58: noch einen Schritt zurück. Eine Herausforderung war natürlich, mal eine Treibhausgasbilanz
00:09:03: zu erstellen, die dann Basis sein kann. Also weil viele Unternehmen, mit denen ich jetzt
00:09:07: spreche, die sagen, naja, hier Photovoltaik hier, Energieeffizienz da. Das ist alles richtig.
00:09:12: Aber trotzdem brauchen wir, weil wir einen wissenschaftlichen Ansatz haben wollen, erst mal eine solide Basis,
00:09:17: die wir als Grundlage nehmen können. Das heißt, das war bei uns schon eine total spannende
00:09:22: Erkenntnis, als wir dann das erste Mal die Scope-3-Emission mit aufgenommen haben. Ich sag das immer ganz
00:09:27: gerne, um das zu verdeutlichen. Unser CO2-Fußabdruck hat sich massiv vergrößert dadurch. Wir sind
00:09:35: vorher ungefähr davon ausgegangen, dass wir so für ca. 100.000 Tonnen CO2 verantwortlich
00:09:41: sind bei Otto. Und durch diese Erweiterung und die Hinzulamme von Scope 3 Emissionen waren
00:09:46: wir auf einmal bei über 5,5 Millionen Tonnen. Oh krass. Das ist ziemlich viel, was da auf
00:09:51: einmal dazukommt. Also das war eine enorm große Herausforderung. hat es schon Klick gemacht.
00:09:55: Wenn man sich den dann aufdröselt, sieht man auch recht schnell die Hotspots, wo sich das
00:09:59: verteilt. Es sind nämlich in der Regel nicht die die unternehmenseigenen. Assets wie beispielsweise
00:10:05: die Bürogebäude der Fuhrpark und so, sondern es sind eben die Emissionen im besagten Scope
00:10:09: 3, vor allen Dingen bei uns jetzt spezifisch in der Lieferkette. Also wenn es darum geht,
00:10:14: wo kommen eigentlich die ungefähr 20 Millionen Produkte, die wir auf Otto.de verkaufen, her?
00:10:19: Aber, und das darf auch nicht von nachher sich werden, vor allen Dingen in der Nutzenphase,
00:10:23: das ist sogar unser größter Hotspot, denn wir verkaufen sehr viele Elektrogeräte, die natürlich
00:10:28: nicht nur zur Deko zu Hause bei unseren Kunden entstehen, sondern die da stehen, um Wäsche
00:10:33: zu waschen, um Lebensmittel zu kühlen oder aber auch um Lebensmittel so aufzuwärmen, dass man
00:10:38: sie entspannt essen kann. Heißt, der Strom, der dafür benötigt wird, muss ja irgendwie
00:10:42: produziert werden und in Deutschland sind wir zwar fortschrittlich, was die Energiewende
00:10:46: angeht, aber wir sind noch nicht da, dass wir 100 Prozent erneuerbare Energien haben. Wir
00:10:50: sind aktuell bei ungefähr, Pi mal Daumen so 60, 40 pro Erneuerbare, aber 40 Prozent kommen
00:10:57: dann ja eben noch aus fossilen Energieträgern und Die CO2-Missionen, die dabei entstehen,
00:11:02: die landen bei uns in der Bilanz. Das ist auch ein Hotspot. Ja, wirklich interessant. Also
00:11:07: überschlagsmäßig, also das 50-Fache sozusagen Scope 3 etwa von Scope 1 und 2. Vorher hattet
00:11:16: ihr halt irgendwie Scope 1 und 2 gemessen. Ja, mehr sogar noch. Also 100.000 zu über 5,5 Millionen
00:11:23: Tonnen. Also sind schon fast beim 60-Fachen. Also es ist schon wirklich, wirklich viel.
00:11:28: Äh, okay. Das ist auf alle Fälle schon wirklich erheblich. Also wenn ich mir das jetzt mal
00:11:34: vorstelle, man hat jetzt einen Kühlschrank, um sich das mal praktisch vorzustellen von
00:11:39: einem deutschen Anbieter, den man jetzt irgendwie weiterverkauft. Wie läuft denn dann der Prozess
00:11:48: ab? Fragt ihr die Themen dann irgendwie an oder habt ihr eine Überschlagsrechnung, also dass
00:11:52: ihr einfach sagt, okay, ihr habt eine große Tabelle, wo ihr sagt, okay, Kühlschränke sind
00:11:55: halt circa verantwortlich für so und so viele Tonnen. Oder wie macht ihr das? Na ja, also
00:12:00: in der perfekten Welt wüsste man natürlich je Kühlschrank, den man verkauft, basierend auf
00:12:05: sogenannten LCLs, also Lifecycle Assessments, wie hoch der CO2-Fußabdruck ist, idealerweise
00:12:11: dann von der Produktion bis hin zum Grab, wenn man so will. Das ist aber die perfekte Welt.
00:12:16: Da sind wir noch nicht. Wir sind sowohl in der Lieferkette als auch in der Nutzenphase auf
00:12:22: Workarounds angewiesen. Das sieht in der Nutzenphase konkret so aus, dass wir schon auf Produkt-Ebene
00:12:27: sagen können, welche Energieeffizienzklasse dahinter steht und es dann entsprechend umrechnen
00:12:31: können. Aber auch dahin natürlich der Vergleich. Jetzt ist Kühlschrank nicht das beste Beispiel,
00:12:36: dabei nehmen wir Waschmaschinen. Die gleiche Waschmaschine, die bei dir zu Hause steht und
00:12:39: bei mir zu Hause steht, kann ja komplett unterschiedliche Emissionen haben. Ich wasche einmal die Woche
00:12:44: bei 30 Grad, du wäscht jeden Tag zwei Mal bei 60 Grad. Das wissen wir aber natürlich nicht.
00:12:50: Also da sind wir darauf angewiesen. dass wir Durchschnittswerte annehmen. Natürlich wäre
00:12:55: es cool, wir hier mittels Smart Home und Zugriff der Hersteller dann noch konkreter drauf eingehen
00:13:00: können. Das wird sicherlich irgendwann auch möglich sein und es gibt da auch schon Panels,
00:13:04: die versuchen, genau so was zu simulieren. Da sind wir aber noch nicht. Also das heißt, da
00:13:08: gehen wir vor allen Dingen von den Informationen aus, die wir bereits haben und das sind vor
00:13:13: allen Dingen dann produktspezifische Informationen und weniger nutzungsspezifische Informationen.
00:13:17: Das heißt aber für euch auch, also wir reden also ganz viele Unternehmen, die auch produzieren
00:13:22: und verkaufen haben ja vor allem das Thema Lieferkette. Und bei euch ist es dann tatsächlich eher die
00:13:27: Nutzung danach oder spielt beides eigentlich eine gleichwertige Rolle? Beides. Also definitiv.
00:13:34: Jetzt ist natürlich die Nutzungsphase auch recht schwierig zu attackieren. Also wie können wir
00:13:39: da rangehen? Wie können wir die Emission da entsprechend reduzieren? Natürlich spielt bei
00:13:44: uns die Lieferkette eine enorm große Rolle. Hier kommt bei uns allerdings eine Komplexität
00:13:48: dazu. die andere Unternehmen eventuell nicht haben, dass wir ja verschiedene Bewirtschaftungsformen
00:13:52: bei uns auf der Plattform haben. Wir einerseits das klassische Händlermodell, wir kaufen Ware
00:13:58: ein und verkaufen die. Dann würde ich sagen, eine Unterkategorie davon ist, dass wir das
00:14:02: auch mit Eigenmarken machen. Und dann haben wir noch das Marktplatzmodell, wo externe Dritte
00:14:08: ihre Ware über unsere Plattform verkaufen. All die bringen natürlich zusammen sehr viele Lieferkettenemissionen
00:14:13: mit. Aber je nach Bewirtschaftungsformen, die ich gerade adressiert habe, geben wir die unterschiedlich
00:14:18: an. Also Dekarbonisierung, zumindest jetzt im ersten Schritt planen wir da konkret erstmal
00:14:23: bei den eigenen Lizenzmarken. Das ist auch so in der Zielarchitektur mit berücksichtigt,
00:14:28: die natürlich eine große Wichtigkeit für uns als Otto haben und auch in unserer Wahrnehmung
00:14:34: nach außen. Wenn wir dann über die Drittmarken beispielsweise bei Händler oder auch bei der
00:14:39: Plattform sprechen. Da können wir direkt nicht ran. Wir können jetzt nicht zum Apple gehen
00:14:43: und sagen, dekarbonisieren wir mal, weil wir sind Otto und wir sagen euch das. Jetzt ist
00:14:47: Apple ein Beispiel, die sind eh schon bei der Dekarbonisierung mit dabei, aber grundsätzlich
00:14:52: ist da unser Ansatz, dass wir sagen, wir wollen vermehrt mit Unternehmen zusammenarbeiten,
00:14:56: die selber solche strengen Klimaziele haben, wie wir sie haben. Weil im nächsten Schritt,
00:15:00: wenn sie die logisch umsetzen, müssen sie entsprechend dekarbonisieren, ohne dass wir ihnen das sagen.
00:15:05: Okay, aber das ist ja trotzdem total interessant. Diese Marktplatz-Thematik ist ja nochmal ganz
00:15:09: eigene Welt. Also wenn ihr da jetzt auch andere Händler habt, die halt irgendwelche Themen
00:15:13: dort halt verkaufen, wie man das überhaupt gewichtet, um das halt dann auch entsprechend zu bonifizieren
00:15:20: oder halt dort dann auch entsprechend zu unterstützen. Also wenn man jetzt mal an andere Handelsplattformen
00:15:26: denkt, für die wird das natürlich auch noch ein mega Thema werden. Wie siehst du da überhaupt
00:15:30: euren Einfluss? Ja und nein, würde ich sagen, in Bezug auf, das kommt dann ja auch auf andere
00:15:36: dazu, denn Ich erinnere mich ganz gern an meinen allerersten Termin, ich mit der Science-Based
00:15:41: Target Initiative hatte. da sagten die, naja, ihr müsst euch ja keinen Marktplatzziel setzen,
00:15:47: da euch die Ware zu keinem Zeitpunkt gehört. Jetzt höre ich quasi das Stirnrunzeln bei allen,
00:15:52: gerade diesen Podcast hören, nach dem Motto, hä, wieso das? Grundlage für die Science-Based
00:15:57: Target Initiative ist das sogenannte Greenhouse Gas Protocol. Und demnach muss man als Unternehmen
00:16:03: nur dann die Emissionen bilanzieren von Produkten. wenn sie einem zu irgendeinem Zeitpunkt gehören,
00:16:08: also rechtlich gehören. Aber die Marktplatzware gehört uns zu keinem Zeitpunkt. Die liegt nicht
00:16:13: in unserem Lager, die geht nicht durch unsere Infrastruktur zum Teil, deshalb müssten wir
00:16:18: das theoretisch nicht machen. Kommen wir zurück zum Thema Glaubhaftigkeit, mit dem wir ja angefangen
00:16:23: haben. Natürlich haben wir gesagt, das kommt für uns gar nicht in Frage, also wir nehmen
00:16:28: natürlich auch den Marktplatz mit auf und setzen uns freiwillig ein Marktplatzziel. Und dafür
00:16:34: bekommen wir Bewunderung von zahlreichen großen Plattformen. Ich habe mich dieses Jahr in Amsterdam
00:16:38: mit globalen Plattformen unterhalten, die alle sagen Hut ab, dass ihr das macht. Das käme
00:16:43: bei uns nie in Frage. Nicht mal bei unseren internen Nachhaltigkeitsziel haben wir den
00:16:47: Marktplatz berücksichtigt, geschweige denn bei unseren externen. Also da sind wir definitiv
00:16:51: Vorreiter. Was macht da auch, du bist ja darauf eingegangen, wie lange das eigentlich auch
00:16:55: schon Teil der Otto Group ist, das Thema. Was macht da auch das Thema Familienunternehmen,
00:17:02: Standort Deutschland? Kannst das nochmal so bisschen, wie das so reinspielt? Und ich sehe
00:17:06: ja auch in einer, Vita, du warst ja auch Corporate Strategy and Development viele Jahre. Ist das
00:17:13: wirklich auch an der Stelle tief verankert? Und glaubst das liegt wirklich an den Wurzeln?
00:17:18: Ja, also ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass es an den Wurzeln liegt. Mit Sicherheit
00:17:23: spielt Da die Persönlichkeit der Unternehmerfamilie mit rein, mit Sicherheit später mit rein, dass
00:17:28: wir in Deutschland ein Standort sind, dem es tendenziell global betrachtet ja eher gut geht
00:17:34: und wir uns dann auch eher mit diesem Thema auseinandersetzen. Mit Deutschland kommt aber
00:17:38: auch einher, dass wir aus meiner Sicht eine sehr große Verantwortung haben, weil wir, wenn
00:17:41: wir so die CO2-Emission der Historie kumulieren, sind wir ganz vorne mit dabei, auch wenn wir
00:17:47: heutzutage sehr weit abgeschlagen hinter den USA und China sind. Also wir sind ein Land,
00:17:52: was eine große Verantwortung trägt. Andererseits, ich will jetzt keine Beispiele nennen, aber
00:17:57: es gibt in Deutschland auch Unternehmen, die sich eher weniger um das Thema scheren, obwohl
00:18:00: sie vielleicht deutsche Unternehmen sind oder in Hand von einzelnen Eigentümerfamilien. Also
00:18:06: das ist für mich da jetzt nicht der Hauptgrund, sondern es liegt eben dann daran, dass die
00:18:10: Eigentümer so sind, wie sie sind und das aber auch an den entscheidenden Positionen, also
00:18:16: im Vorstand auf obersten Führungsebenen, dass da eben auch Personen sind, denen das Thema
00:18:21: wichtig ist. Und die sitzen da eigentlich durch Zufall, sondern weil sie eben da platziert
00:18:24: wurden. Beziehungsweise weil das Unternehmen Otto Group als solches natürlich auch Menschen
00:18:30: ansieht, denen das Thema wichtig ist. Gibt es denn da irgendwie auch Austausch mit anderen?
00:18:34: Also wenn man jetzt halt mal schaut, gibt es ja unterschiedliche Initiativen zu diesem Thema.
00:18:39: Wenn ich halt mal gucke, die halt so Thema Enkelfähigkeit oder Familienunternehmen. Es gibt ja, sage
00:18:46: ich mal, auch andere Unternehmen, die dort aktiv sind. Andere deutsche Unternehmen. Seid ihr
00:18:51: da gut im Austausch oder stärkt man sich da irgendwie gegenseitig oder wie nimmst das wahr?
00:18:57: Also die Stiftung oder Verbandarbeit, die ich mitbekomme, die bezieht sich vor allen Dingen
00:19:00: auf zwei Verbände, die beide im Bereich Nachhaltigkeit sind. Das ist einmal die Stiftung Klimawirtschaft
00:19:05: und der Bundesverband für Nachhaltiges Wirtschaften. Und da sind wir sehr engagiert, da war ich
00:19:10: auch als Person schon häufiger in Berlin oder hier in Hamburg auf Veranstaltungen. Darüber
00:19:16: hinaus habe ich persönlich mit Verbandsarbeit eher weniger zu tun. Aber innerhalb dieser
00:19:22: Verbände gibt es natürlich einen reigen Austausch. Aber allein schon anhand der Namen der Verbände
00:19:28: ist ja klar, dass wir da nicht mit Klimaleugnerunternehmen zu tun haben, sondern dass das dann eher Unternehmen
00:19:33: sind, die sich auch dem Thema verschreiben. Aber man würde sich wundern, wie viel man doch
00:19:37: diskutieren kann, obwohl man eigentlich das Gleiche möchte. Jetzt bist du ja Program Lead.
00:19:43: Das heißt, ihr habt wahrscheinlich unterschiedliche Programme, die strategisch aufgesetzt sind.
00:19:48: Wie viele seid ihr und was ist, so würdest du sagen, jetzt für was war dieses Jahr, was ist
00:19:52: nächstes Jahr der Schwerpunkt, was euch beschäftigt im Daily Doing? Also, wie viel seid ihr, kann
00:19:58: ich differenziert beantworten. Wir sind so im Nachhaltigkeits-Team bei Otto ungefähr 20
00:20:03: Leute, ich sagen, wobei das nicht auch gleich FTE ist, weil einige ihre Arbeitszeit reduziert
00:20:09: haben. Auch ich arbeite aufgrund meiner Selbstständigkeit ja entsprechend nicht Vollzeit. Und im Klimateam
00:20:15: sind wir zwei Personen. Wir bekommen immer wieder Unterstützung, natürlich auch durch die anderen
00:20:21: Kollegen, je nachdem, was gerade die Projekte sind. Und bei Schwerpunkten kann ich jetzt
00:20:25: natürlich auch wieder nur für den Klimabereich sprechen. Aber ich auch sagen, dass das Thema
00:20:29: Science-based-Targets schon eines unserer Top-Schwerpunkt-Themen in diesem Jahr, also 2025, war und auch im
00:20:36: nächsten Jahr, also 2026, sein wird. Was das konkret für das Thema Klima heißt, würde ich
00:20:42: sagen, wir in diesem Jahr vor allen Dingen im ersten Jahr nach der Validierung noch mal mehr
00:20:47: im Bereich Dinge ausprobieren, mal Piloten starten. Im nächsten Jahr geht es dann darum, aus meiner
00:20:54: Sicht, das entweder zu skalieren oder, wenn es nicht funktioniert hat, eben zu beenden.
00:20:59: und die Organisation noch ein bisschen mehr zu involvieren. Das wäre mein persönliches
00:21:03: Ziel, mit der Hinzunahme von Scope 3-Emissionen kommt auch dazu, dass wir als Nachhaltigkeits-Team
00:21:09: gar nicht alleine unsere Ziele erreichen können. Das wäre ja absurd, wenn wir auf einmal für
00:21:14: die 5,7 Millionen Tonnen CO2 als Nachhaltigkeits-Team verantwortlich wären. Weil am Ende kommen die
00:21:19: ja, wie eben schon gesagt, daher, dass wir Waren einkaufen und verkaufen. Und damit haben wir
00:21:24: als Nachhaltigkeits-Team ja originär erst mal eher weniger zu. Wenn man jetzt mal über die
00:21:28: letzten Jahre schaut, sich ja schon so ein bisschen der Wind halt auch wiederum gedreht. Also ich
00:21:33: sag mal so, wenn man halt irgendwie vor drei, vier Jahren, wie gesagt, halt hier, ich bin
00:21:38: nachhaltig und das auf LinkedIn gepostet hat, dann flog einem die Herzen zu, sag ich mal.
00:21:43: Und mittlerweile bedeutet der Haltung auch wiederum Haltung. Also so nehme ich es halt irgendwie
00:21:48: ein Stück weit wiederum wahr. Nimmst halt wahr, dass es da halt weiterhin stabil ist oder was
00:21:53: sind eigentlich die Erfolgsfaktoren, dass es weiterhin stabil ist? Also in meiner Bubble
00:21:58: fliegen immer noch die Herzen zu, wenn man sagt, man ist nachhaltig oder es ist einfach nicht
00:22:02: ich. Heutzutage sagen wir auch nicht mehr, wir sind nachhaltig. Das dürfen wir ja aufgrund
00:22:05: von Green Claims und Co. gar nicht mehr, aber Spaß beiseite. Natürlich bekomme ich mit, dass
00:22:11: im Markt oder außerhalb von Otto sich der Wind mal so, mal so dreht und gerade leider eher
00:22:18: von vorne kommt als von hinten. Nichtsdestotrotz merke ich, dass bei uns im Nachhaltigkeitsteam,
00:22:24: aber auch in der Organisation, die Wichtigkeit des Themas ohne Angeforten ist. Wir hatten
00:22:29: schon immer eine Herausforderung, wenn wir Nachhaltigkeit gegen Business-Themen gewichten müssten, dass
00:22:36: es dann schwierig wird. Einerseits aufgrund der Messbarkeit, andererseits aufgrund von
00:22:40: Zeithorizonten, die man sich anguckt. Also gucken wir kurzfristig oder gucken wir langfristig.
00:22:44: Das war schon immer eine Herausforderung, das ist jetzt nicht neu im letzten oder vorletzten
00:22:48: Jahr dazugekommen, würde ich sagen. Wovon ich wirklich beeindruckt bin, ist, während andere
00:22:53: Unternehmen ihre Klimaziele in Frage stellen oder auch ihre Inklusionsprogramme unter den
00:22:59: Tisch fallen lassen, dass das bei Otto nicht so ist. da bin ich auch wirklich stolz drauf.
00:23:03: Das ist, glaube ich, eine Leistung nicht nur des Management, sondern der gesamten Organisation,
00:23:07: dass wir da eben dran festhalten. Und da sehe ich nicht, dass wir intern mehr oder weniger
00:23:13: Gegenwind bekommen, dass wir natürlich diskutieren und auch teilweise Zielkonflikte haben. ist
00:23:19: bei einem Laden, der ein paar Milliarden Euro Umsatz macht, aus meiner Sicht völlig normal.
00:23:24: Aber macht das immer Spaß? Nee. Ja, ich glaube, ist auch ein bisschen, bringt das Thema mit,
00:23:32: dass dann ein Zielkonflikt erläuft und dass man es eben gemeinsam besprechen muss. Und
00:23:36: ich glaube, wenn das schon kulturell gegeben ist, ist ja schon viel geschafft. Deswegen
00:23:40: das fand ich auch so spannend, wo du gerade meintest, dass du nächstes Jahr eben auch noch
00:23:44: mal den Fokus genau auf die interne Zusammenarbeit legen möchtest bei dem Thema. Das ist natürlich
00:23:50: total essenziell dann auch für dich und für euch im Team, dass natürlich die Menschen,
00:23:55: potenziell neue Anbieter auswählen für den Marktplatz, natürlich das irgendwie mit im Hinterkopf haben
00:24:01: oder vielleicht sogar in den Zielen. Seid ihr da auch schon soweit? Ja, also das klappt
00:24:05: in einigen Bereichen besser als in anderen. Auch das ist völlig klar. Aber wo du gerade
00:24:10: das Thema Marktplatz angesprochen hast, da haben wir es ganz gut geschafft, dass wir das in
00:24:14: unserem internen Ziele-System verankert haben. Also unser Ziel ist deren Ziel. Das heißt,
00:24:18: da sind wir nicht nur Bittsteller, sondern arbeiten gemeinsam dran. Was heißt das konkret? Ich
00:24:22: habe in diesem Jahr alle Account-ManagerInnen für die Marktplatzpartner geschult und denen
00:24:30: das Thema Science-Based-Targets erklärt. Die sind verpflichtet, das entsprechend in ihren
00:24:35: One-on-ones mit ihren Accounts mit aufzunehmen. Da haben wir eine Liste, die haben Interesse
00:24:40: und sobald da ein Ja oder Vielleicht steht, kriegen sie eine E-Mail von mir, um dann das
00:24:45: Gespräch aufzunehmen. Natürlich können die nach so einer Schulung ein kurzes Gespräch darüber
00:24:49: führen, aber die gesamten Implikationen können sie natürlich nicht darlegen. Das wäre ja auch
00:24:54: viel zu viel verlangt. Das haben wir dann dahingehend institutionalisiert, dass wir gesagt haben,
00:24:59: nach diesen 1 zu 1 Gesprächen kippen wir Kippen wir die Leute, die wirklich Interesse haben,
00:25:03: das Unternehmen zusammen in was wir Roundtable nennen. Also da bringen wir interessierte Partner
00:25:08: zusammen, um über Herausforderungen zu sprechen, um über Best Practices zu diskutieren. Da kommen
00:25:13: dann externe ExpertInnen dazu. Und so helfen wir unseren Partnern, sich dem Thema zu nähern.
00:25:19: Und was mich wirklich sehr freut, was auch kein Geheimnis ist, das hat im Marktplatz so gut
00:25:24: funktioniert, dass wir in diesem Jahr im April die Marktplatzprovisionen, die ja Partner
00:25:30: zahlen, wenn sie was über uns verkaufen, differenzieren können. Also Partner, die selber Science-based-target-validiert
00:25:37: sind, zahlen weniger Provision an uns als Partner, die nicht Science-based-target-validiert sind.
00:25:42: Da steht sich auch so bisschen der Kreis zu deiner Frage, Nils, vorhin nach dem Motto,
00:25:46: ja ist das nicht schwierig, die Marktplatzpartner anzugehen? Ja schon, aber wenn man denen so
00:25:50: bisschen eine Karotte hinhält, dann denken die auf einmal ganz anders über das Thema nach.
00:25:54: Werden wir das... die nächsten 25 Jahre so machen? Nee, vermutlich nicht. Aber wenn es jetzt dabei
00:26:00: hilft, den Stein ins Rollen zu bringen, dann ist das natürlich für uns ein großer Erfolg,
00:26:04: der aber auch natürlich nicht umsonst ist. Ja, die Anreize müssen weiterhin irgendwie geschaffen
00:26:09: werden, das merkt man schon auch extrem. Ja, finde ich halt auf alle Fälle wirklich interessant.
00:26:16: Ich denke halt eben gerade nochmal drüber nach. Klar, was du eben auch sagst, das ist halt
00:26:20: nicht umsonst, kostet ja in irgendeiner Form auch irgendwie Geld. Wenn man diese Anreize
00:26:26: schafft, bedeutet das natürlich auch, dass man eben entsprechend entgegenkommt. Aber ist ja
00:26:31: auf alle Fälle halt irgendwie ein Thema, um überhaupt noch in die Diskussion gehen zu können.
00:26:35: Also ich stelle mir vor, dass man da natürlich eben sehr viele unterschiedliche Kaufmänner
00:26:42: oder Kaufmenschen da gegenüber sitzt und da hat man wahrscheinlich unterschiedlichste Themen.
00:26:49: oder unterschiedlichste Reife gerade eben auf das Nachhaltigkeitsthema anbelangt und um das
00:26:54: überhaupt mal auch bei denen halt so hochbringen zu können, dass es auch ein Geschäftsführungsthema
00:27:00: wird, helfen natürlich solche finanziellen Anreize sicherlich. Ja, genau, spannend. Nochmal eine
00:27:06: andere Frage. Du sprachst von deiner Bubble und bist ja, wir sind ja alle irgendwie in
00:27:13: unseren Bubbles und mit deiner Bubble würde uns ja auch natürlich auch nochmal interessieren.
00:27:18: Also wenn du halt mal jetzt mal so drauf guckst, bei Nachhaltigkeitsmanagern, mit wem tauscht
00:27:24: du dich eigentlich so aus, wen findest du jetzt eigentlich, wo du sagen wirst, okay, da lohnt
00:27:30: es sich halt irgendwie nochmal bisschen genauer hinzugucken, da greifst du auch ab und zu mal
00:27:34: zum Hörer und sagst, okay, das ist halt was, was mich wirklich inspiriert, wo ich halt irgendwie
00:27:38: auch sage, gerade in letzten Zeit habe ich halt irgendwie nochmal. Was gelernt oder lerne
00:27:43: ich regelmäßig wieder? Gibt es da irgendwen, wo du noch mal so ein Shoutout machen wollen
00:27:48: würdest? Also zum Hörergreifen impliziert er, dass ich auch die Nummer der Person haben muss.
00:27:52: Deshalb kann ich jetzt nicht die Promis hier in die Waagtare schmeißen. Ich würde sagen,
00:28:00: zwei Leute fallen mir da spontan ein. Das eine ist, wenn ich autospezifische Fragen habe,
00:28:04: also wenn es quasi um meinen Day-to-Day-Job geht, dann frage ich sehr, gerne meinen Kollegen
00:28:08: Daniel Koltermann, der viel mehr Erfahrung und viel mehr Wissen im Bereich Klimaschutz
00:28:12: hat als ich, weil er das eben schon bei mehreren Unternehmen machen konnte, zuletzt bei Chibo
00:28:17: und jetzt eben bei uns, bei Otto. Wenn ich so ein bisschen über den Tellerrand hinaus gucken
00:28:22: möchte, sage ich mal, vielleicht auch mal vom Handel weg und so bisschen Richtung Industrie,
00:28:26: dann würde ich hier Lars Schellhass vom Kiesfeld ins Rennen schmeißen. Ich nenne ihn immer liebevoll
00:28:32: den MacGyver der Energiesysteme. Ja, weil er als Ingenieur eben ganzheitlich so auf solche
00:28:38: Transformationsprozesse guckt und jetzt gerade am Wochenende wieder was essen war und ich
00:28:42: das wirklich sehr inspirierend finde. Ja, cool. Ja, wir sind am Ende angekommen. Danke für
00:28:49: deine Zeit, Ralf. Und am Ende wollen wir ja gerne dir nochmal auf jeden Fall die Plattform
00:28:54: geben, was sollen die Hörerinnen wirklich mitgenommen haben? Gibt es noch mal einen anderen Aspekt,
00:28:58: der dir wichtig ist, den du jetzt einmal noch mal reingeben kannst? Na, ich glaube, was man
00:29:03: so zwischen den Zeilen schon ganz gut raushören konnte, ist, wie wichtig es mir ist, bewusst
00:29:08: innerhalb, auch außerhalb der Bubble auszutauschen und gerade jetzt, wo der Wind ja so bisschen
00:29:13: auch von vorne kommt, sich bewusst mit Menschen zusammenzutun, die das eher als Ansporn nehmen,
00:29:19: als jetzt als Grund, die Richtung zu wechseln. Das finde ich persönlich immer sehr inspirierend
00:29:24: und lade dazu ein, auch gerne mit mir in den Austausch zu gehen, wer da Interesse dran hat.
00:29:28: Vielleicht können wir den Show notes, mein LinkedIn-Profil verlinken. Da geht es natürlich viel um diese
00:29:31: ganzen Themen Kommunikation, Präsentation aufgrund meiner Selbstständigkeit, aber natürlich auch
00:29:36: immer mit einer nachhaltigen Note. Deshalb da sehr gerne vorbeigucken oder einfach mich anschreiben.
00:29:40: Das würde mich enorm freuen, auch Feedback dann auf diese Folge oder etwas anderes zu bekommen.
00:29:45: Super. Ja. Ganz herzlichen Dank für deine Zeit, Ralf. Und weiß, ob man sich bestimmt auch nochmal
00:29:50: so über den Weg läuft. Sehr gerne. Vielen Dank für die Einladung.
00:30:00: Ja, Nies, wir haben mit Ralf gesprochen, Ralf Leister von der Otto . Wie fand's das,
00:30:05: was nimmst du so mit? Ich nehme eine ganze Menge mit. Zuerst mal die Wichtigkeit von SBTI. Wir
00:30:14: hatten das eben kurz im Nachklapp, dass mich wirklich interessieren würde, wo die jetzt
00:30:19: stehen. Wir hatten mal eine Folge, die können wir ja nochmal verlinken mit SBTI, das aber
00:30:24: schon eine Zeit lang her. Wie wichtig das eben auch ist, dort halt tatsächlich wissenschaftlich
00:30:30: fundierte Ziele wieder hinterzulegen. jetzt auch nochmal, man hat das ja so typisch, dass
00:30:39: man irgendwie sagt, okay, Scope 3 ist das Ding, aber dass das halt irgendwie mehr als 98 Prozent
00:30:46: ausmacht, das ist schon krass. Also das bedeutet sozusagen Sicherheit wirklich, dieses Thema
00:30:53: auch zu kümmern. Da halt differenziert nochmal zu gucken, okay. Vor allen Dingen eben auch
00:30:59: auf diesen Verbrauch zu gehen, welchen Einfluss hat das eigentlich, welchen Hebel habe ich
00:31:04: eigentlich, das Marktplatz-Thema. Also das hat mir ja schon noch mal so zu denken gegeben,
00:31:11: weil das natürlich eben total individuell ist und ich freue mich total, dass die das da vorantreiben,
00:31:16: also dass Otto da weiterhin stabil da halt wieder dran bleibt. Man merkt auch gleichzeitig diese
00:31:22: hohe Identifikation. Also auch bei ihm, mit der Firma, wie wichtig das halt irgendwie auch
00:31:28: ist, jetzt eben auch bei so einem coolen Laden zu arbeiten. Und natürlich eben, wie wichtig
00:31:35: das eben auch ist, dass das durch die Eigentümer halt irgendwie oder durch die wesentlichen
00:31:41: Stakeholder eben auch gewollt ist, so will ich es mal nennen. Also das waren so die Dinge,
00:31:48: die ich so für mich mitgenommen habe. Und du, Meike? Ja, ähnlich. ich muss sagen, wir sind
00:31:54: ja auch ein Hamburger Unternehmen, natürlich ist Otto total präsent hier. Das war schon
00:31:59: immer klar, dass das irgendwie wichtig ist. Ich finde, das merkt man auch in der Darstellung,
00:32:03: dass das schon so lange zurückgeht tatsächlich und so integriert ist auch in der Besetzung
00:32:07: der Manager in Positionen und so. Das war mir gar nicht so bewusst. Also das war echt noch
00:32:12: mal interessant, ihn da auch zu lauschen. dann doch, also ich finde ja der Knackpunkt von
00:32:17: vielen oder was uns immer gespiegelt wird, ist ja, Nachhaltigkeitsziele in die Ziele der
00:32:23: Menschen, die wirklich auch businessrelevant irgendwie Themen machen. Und dass da eben schon
00:32:28: Accountmanager teilweise mitverzielt sind und so ist ja schon ein wahnsinniger Schritt. Also
00:32:33: ich finde bei ihm war das, er hat halt so bisschen erzählt, wie es ist. Aber ich glaube, da steht
00:32:37: ja ganz viel noch bevor. Und dass es aber eben auch möglich ist und funktionieren kann, ich
00:32:44: dann immer auch so cool zu sehen. Auch bei den größeren Schiffen, dass es einfach möglich
00:32:49: ist. Ich fand auch so ein Bild mit dem Wind ganz gut, dass der Wind mal nicht von hinten
00:32:54: sauber, von vorne bläst und dass man halt irgendwie trotzdem dann halt irgendwie guckt, wie geht
00:33:01: man damit um und nimmt das halt eher als Herausforderung. Also da konnte ich auch mich gut mit verbinden.
00:33:06: Also das war schon eine gute Folge. Absolut. ich habe es letztes Mal schon gesagt. Deswegen
00:33:14: will ich mich gar keine Aussage mehr aussassen. Aber ich glaube, das war es jetzt wirklich
00:33:17: noch. Aber ich freue mich schlossnächst. Ich mich auch. Bis dann.