Das CEO2-neutral Corporate Sustainability Briefing (CSB) für April 2026 mit Alexandra Herget

Shownotes

Die Quellen zu unserem CEO2-neutral Corporate Sustainability Briefing (CSB)

📌 News im April 2026 

  1. BGH weist Klimaklage der Deutschen Umwelthilfe gegen BMW und Mercedes ab
  2. Industrial Accelerator Act - ein Klimaschutzgesetz in Verkleidung
  3. Der neue Sustainability Transformation Monitor 2026 der Bertelsmann Stiftung ist da
  4. Auf der CERAWeek im US-Bundesstaat Texas stellte Katharina Reiche zentrale Elemente der europäischen Klimapolitik infrage
  5. Kommission startet Feedback-Phase zur Überarbeitung der technischen Kriterien der EU Taxonomie

💡 Learning des Monats

💡 KI und Nachhaltigkeitsmanagement

  • Strom entwickelt sich zur neuen Währung in der Digitalisierung.
  • Rainer Vehns fordert die CSO der Unternehmen bei KI-Themen/ Entscheidungen/ Strategieaufbau mit an den Tisch bringen!  Seine konkrete Idee: KI- und Digitalstrategien künftig immer auch als Energie- und Infrastrukturstrategien zu denken.
  • Fazit des Interviews: Nachhaltigkeit ist keine nachgelagerte Reporting-Frage mehr, sondern Grundvoraussetzung jeder belastbaren KI-Strategie.

Das Gespräch mit Alexandra haben wir am 25.03.2026 aufgezeichnet


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💡 Alle Folgen des Corporate Sustainability Briefings findet ihr hier.

👉 Der direkte Kontakt zu unserem Gast: Alexandra Herget bei Linkedin

👉 Über euer Feedback freuen sich Meike & Nils via LinkedIn

📞 Oder direkt bei uns in Hamburg: 040 – 226 383 100

✉️ moin@ceo2neutral.de

Der CEO2-neutral Podcast ist ein PHATes Projekt der Nachhaltigkeitsberatung PHATsustainability von PHAT CONSULTING


Viel Spaß bei der 193. Folge von CEO2-neutral!

Musik: Michael Ahlers, Scribbles: Michael Kutzia

Transkript anzeigen

00:00:19: Herzlich willkommen zu unserem Podcast CEO2 Neutral und heute wieder mit unserem Format

00:00:24: das Corporate Sustainability Briefings. Wie immer bin ich mit meiner tollen Kollegin Alexandra

00:00:30: und heute schauen wir, glaube ich, mal wieder auf die News des Monats, was wir so gelernt

00:00:35: haben und natürlich unsere neue Lieblingskategorie, würde ich sagen, KI und Nachhaltigkeit. als

00:00:42: allererstes, hi Alex, wie geht's dir? Mir geht es sehr gut und ich bin ganz geflasht, dass

00:00:48: schon wieder ein Monat vorbei ist. Wahnsinn, Ja. Also die Zeit rennt. Q1 ist praktisch vorbei.

00:00:56: Genau. Ja, also lass uns starten. Wir haben noch nicht 10 Minuten hier, harter Anschlag.

00:01:02: Wir haben uns verquatscht im Vorhinein. Jetzt müssen wir Gas geben in der Aufnahme. Ja, dann

00:01:08: haben wir jetzt noch 2 News des Monats der letzten Wochen. Rückblick März 26 und da gab es ja

00:01:15: die Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen die Automobilkonzerne BMW und Mercedes und die

00:01:20: wurde jetzt im März abgewiesen vom Bundesgerichtshof. Ziel der Umweltorganisation war es, BMW und

00:01:27: Mercedes ab 2030 den Verkauf von Verbrennern zu verbieten, da sie sonst die Menge an klimaschädlichem

00:01:35: Treibhausgas überschreiten würden. Und der Bundesgerichtshof urteilte, dazu, dass es keine Emissionsbudgets

00:01:43: für einzelne Unternehmen gebe und Klimaschutzmaßnahmen sowie die Vorgabe von Budgets im Verantwortungsbereich

00:01:49: der Politik legen. Spannendes Urteil und ich glaube die Umweltorganisationen planen aber

00:01:57: da schon den nächsten Schritt, also bleibt spannend. Bleiben wir mal bei der Politik und zwar dem

00:02:05: Industrial Accelerator Act. Den hatten wir hier noch nicht im Podcast, aber es geht weiter

00:02:12: mit den Acts und Direktiven. das ist ein Klimaschutzgesetz in Verkleidung, wie es Dr. Andreas Rasche auf

00:02:20: LinkedIn so passend gesagt hat. Und ich finde, das ist super. Das ist ein EU-Verordnungsvorschlag

00:02:26: der Europäischen Kommission jetzt vom 4. März. Und er soll Europas Industrie gleichzeitig

00:02:33: dekarbonisieren, Produktionskapazitäten ausbauen und die Bewerbsfähigkeit in strategischen

00:02:38: Sektoren stärken. Und man sieht, die Nachhaltigkeitspolitik-Formel ändert sich ein bisschen. Dekarbonisierung

00:02:45: heißt auf einmal Souveränität und Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Saubere Industrietechnologie

00:02:52: heißt größere wirtschaftliche Resilienz. Und Kreislaufwirtschaft heißt strategische Autonomie,

00:02:59: zum Beispiel durch das Recycling seltener Erden. Und das ist doch sehr spannend, dass die EU

00:03:05: Nachhaltigkeit zunimmt und eine geopolitische industrielle Logik integriert und weniger über

00:03:12: Green oder Sustainable oder so spricht. Und finde ich auf jeden Fall bemerkenswert. Und

00:03:19: mal sehen, was dann aus diesem Vorschlag wird. Wir werden auf jeden Fall hier wahrscheinlich

00:03:23: nochmal drüber hören. Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Wie jedes Jahr, eine spannende Lektüre

00:03:30: wurde der Sustainability Transformation Monitor von der Bertelsmann Stiftung veröffentlicht.

00:03:36: was steht da drin? Kurz gesagt sind sehr viele Seiten, also kann man sich auch gut mal an

00:03:40: einem Abend durchlesen. Aber kurz gesagt, Nachhaltigkeit ist in vielen Unternehmen und Banken fest verankert.

00:03:48: Aber die Transformation verliert in diesem Jahr oder in den letzten zwölf Monaten hat sie einfach

00:03:53: an Tempo verloren. Und Hauptgründe sind Surprise, politische Unsicherheit und fehlende Anreize

00:04:03: und wie ich finde auch nochmal spannend ein oft nicht überzeugender Business Case. Fortschritte

00:04:10: gibt es bei Klimadaten, Klimazielen und Reporting Vorbereitung, aber es hapert einfach an der

00:04:16: Umsetzung, also konkrete Transitionspläne stagnieren, Biodiversität spielt noch keine wichtige Rolle.

00:04:23: und Nachhaltigkeit ist noch viel zu wenig mit Investitionen, Finanzierung und Wettbewerbsfähigkeit

00:04:29: verknüpft. Ja, apropos politische Unsicherheit. Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast,

00:04:35: aber ich dachte, also jetzt knallt's. der Hessen-Energie-Konferenz Sarah Week im US-Bundesstaat Texas stellte

00:04:46: Katharina Reichel zentrale Elemente der europäischen Klimapolitik Anfang der Woche infrage. Die

00:04:52: Europäische Union solle ihre bisherigen Ziele zur Klimaneutralität bis 2050 flexibler handhaben

00:05:01: und im Zentrum ihrer Argumentation steht ihre Priorität wirtschaftliches Wachstum vor Klimazielen.

00:05:09: Nachhaltigkeit sei zwar wichtig, aber dürfe nicht dazu führen, dass die Wirtschaft Schaden

00:05:13: nehme. So, Maike, noch Fragen? Ich glaube, ist wirklich alle, die sich damit ja schon

00:05:20: länger auseinandersetzen können und Kopf schütteln. Da werden wir seit Jahren ja sagen, dass Nachhaltigkeit,

00:05:25: Wirtschaftlichkeit und Wirtschaftsfähigkeit bedeutet und Wettbewerbsfähigkeit. Aber gut.

00:05:30: Ja, ich habe das ja glaube ich schon mehrfach in diesem Podcast gesagt, aber es ist wirklich

00:05:35: wie in diesem Film mit Leonardo DiCaprio und Don't Look Up. es ist, da kommt was angeflogen

00:05:41: und niemand schaut hoch oder zumindest nicht Frau Reichel. Gut, dann die letzten News

00:05:47: des Monats. Jetzt wird es ganz trocken. Es geht um die EU-Taxonomie und da startet die Feedback-Phase

00:05:55: zur Überarbeitung der technischen Kriterien. Bis Mitte April darf man da sein Feedback einreichen

00:06:01: und die Kommission holt Rückmeldung zu möglichen Anpassungen dieser technischen Bewertungskriterien

00:06:07: der EU-Taxonomie. Wieso ist das wichtig zu wissen? Weil das einfach bedeutet, diese Kriterien

00:06:12: und Auslegung der EU-Taxonomie ist in Bewegung. Da wird also auf jeden Fall was passieren und

00:06:19: da muss man dann natürlich auch reagieren als Unternehmen, wenn man unter die Taxonomie fällt.

00:06:25: Ja, dann kommen wir zum Learning des Monats. Hier ein dickes Danke an den Blogger Martin

00:06:31: Bethke und der schreibt auf LinkedIn und das fand ich auch wirklich spannend, beziehe sich

00:06:37: da auf eine Studie von der ETH Zürich, die zeigt, dass die tropische Aufforstung einen großen

00:06:44: Kühleffekt hat, aber in nördlichen Breiten kann zusätzliche Bewaldungen wegen veränderter Rückstrahlung

00:06:50: sogar wirkungslos sein oder der Kühlwirkung entgegenlaufen. Und das ist natürlich total

00:06:56: spannend, wenn man jetzt als Unternehmen viel in Aufforstung investiert und das vielleicht

00:07:01: auch zu so einer großen Klimabotschaft macht, dass man da natürlich mal gucken sollte, ja,

00:07:07: Bäume können Teil der Lösung sein, aber sie sind halt kein Freifahrtschein und vor allem

00:07:12: auch ist interessant, wo diese Bäume stehen. Sprich, wenn man das irgendwie gegenkalkuliert

00:07:18: mit seinen Emissionen, dann ist da Vorsicht geboten und ja, auf jeden Fall ein kleiner

00:07:23: Aha-Moment bei mir. Und dann kommen wir schon zur letzten Kategorie. Ich rase hier heute

00:07:30: durch, weil wir uns verplaudert haben und das ist KI-Nachhaltigkeit. Und hier habe ich ein

00:07:37: ganz spannendes Interview gefunden mit einem Herrn, heißt Rainer Wenz oder Fenz. der sagt,

00:07:46: Strom ist die neue Währung der Digitalisierung, soweit so gut. Aber was ich vor allem spannend

00:07:51: fand in dem Interview ist, dass er sagt, KI- und Digitalstrategien müssen auch als Energie-

00:07:59: Infrastrukturstrategien mitgedacht werden. Und das wiederum bringt es eigentlich so dazu,

00:08:06: dass ein CSO, eine CSO bei KI-Entscheidungen oder dem Aufbau einer KI-Strategie mit an einem

00:08:14: Tisch sitzen sollten. Denn der Einsatz von KI hat natürlich einen immensen Effekt auf

00:08:22: die Klimabilanz. Das bedeutet, ist nicht nur eine nachgelagerte Reportingfrage, aber man

00:08:29: sieht, die Emissionen steigen. Das liegt wahrscheinlich an der immensen Nutzung von KI, sondern ist

00:08:35: auch eine Grundvoraussetzung jeder belastbaren KI-Strategie. Also Abstimmung mit Energieversorgern,

00:08:42: energieeffiziente Architekturen, Cloud-Hybrid-Modelle. der Strommix, Standorte von den Rechenzentren,

00:08:49: Abwärmennutzung, erneuerbare Energien und so weiter und so fort. Und das finde ich doch

00:08:54: recht spannend. Wir haben das ja schon häufig jetzt gesagt, oder uns gefragt, was ist die

00:09:00: Rolle der Nachhaltigkeitsmanagerin des Nachhaltigkeitsmanagers in diesem neuen Transformationsfeld in Unternehmen.

00:09:07: Und Herr Wenz plädiert auf jeden Fall, ähnlich wie wir dafür, da ein Platz am Tisch auch für

00:09:15: jemanden aus dem Fachbereich reserviert bleibt. Finde ich total spannend und schließe ein bisschen

00:09:22: auch den Kreis zu den News des Monats, wo dann erzählt das, was jetzt die EU für andere Formeln

00:09:28: oder Begriffe benutzt, wo es ja auch viel um Souveränität, Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen,

00:09:35: aber auch einfach diese wirtschaftliche Resilienz ja am Ende geht. Das spielt dann irgendwie

00:09:40: doch wieder alles zusammen. Ich glaube, es war auch hier Martin B. der auf jeden Fall für

00:09:47: uns auf LinkedIn ist, der ja glaube ich auch noch mal darauf verwiesen hat, dass ja sogar

00:09:52: mittlerweile jetzt deutsche Rüstungskonzerne sich für die Energiewende einsetzen, weil sie

00:09:57: merken sozusagen auch Unabhängigkeit von Deutschland an sich, aber auch Produktion etc. Es hängt

00:10:04: wieder alles zusammen und am Ende müssen wir das auch aus einer gar nicht grünen Sicht sozusagen

00:10:10: einfach angehen, Thema. Es geht hier wirklich um wirtschaftliche Souveränität und auch Wettbewerbsfähigkeit.

00:10:16: Und das finde ich ja eigentlich ganz gut, dass es auch ein bisschen runtergebrochen wird.

00:10:20: So und dann jetzt am Tisch der Entscheiderin hoffentlich auch ankommt. Ja, ja und auch

00:10:28: viele Unternehmen befinden sich ja genau in dem Moment, wo sie gerade KI-Strategien für

00:10:34: sich formulieren oder zumindest Umsetzungspläne haben. Und viele sind ja auch schon voll dabei,

00:10:42: Anwendungsfälle zu testen und auszufahren. Aber häufig fehlt einfach noch der Blick aus der

00:10:49: Fachabteilung Nachhaltigkeit Klima. Und finde ich auf jeden Fall bemerkenswert, dass das,

00:10:58: na was finde ich bemerkenswert, dass das auf jeden Fall... jetzt mehr und mehr ins Zentrum

00:11:04: rückt. Megaspannend. Ist also, wie gesagt, recht schnell durchgehuscht heute, aber ich glaube,

00:11:10: die Hörerinnen werden trotzdem wieder einiges mitnehmen. Ich hab's auf jeden Fall. Lieben

00:11:15: Dank an dich, Alex, und dann freu ich mich schon auf die nächste Folge. Ich mich auch. Ciao.