Nachhaltigkeit wirtschaftlich denken und wirklich verankern - so gelingt es bei Haniel
Shownotes
📌 Unsere Learnings aus der Folge:
1. Nachhaltigkeit muss strukturiert ins Tagesgeschäft integriert werden
Es braucht eine echte Integration in Managment-Strukturen.
2. Die gesamte Transformation ist eine Teamaufgabe
Egal, ob im Unternehmen oder als Gesellschaft: Kommt zusammen und bündelt eure Kräfte.
3. Enkelfähigkeit ist ein langfristiges Commitment
Das ist kein Projekt mit Enddatum. Es bleibt eine Gesamtaufgabe, die immer weitere Aufgaben mit sich bringt.
🧭 Gliederung der Folge:
- Axels Einschätzung zur aktuellen Situation (02:59)
- Die #Zusammenzukunftsfähig Initiative (08:30)
- Über die Enkelfähig-Initiative (12:49)
- Beispiele aus der Enkelfähig-Initiative (16:50)
- Status Quo bei Haniel (19:43)
- Die Portfolio-Unternehmen mitnehmen (26:48)
- KI und Nachhaltigkeit (32:28)
Wir haben das Gespräch mit Axel am 16.04.2026 aufgenommen.
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🎧 Wem diese Folge gefallen hat, dem empfehlen wir noch die erste Folge mit Haniel.
Tim Meyer - Experte für Erneuerbare Energien
👉 Der direkte Kontakt zu unserem Gast: Axel Berger auf LinkedIn
👉 Über euer Feedback freuen sich Meike & Nils via LinkedIn
📞 Oder direkt bei uns in Hamburg: 040 – 226 383 100
Der CEO2-neutral Podcast ist ein PHATes Projekt der Nachhaltigkeitsberatung PHATsustainability von PHAT CONSULTING
Viel Spaß bei der 195. Folge von CEO2-neutral!
Musik: Michael Ahlers, Scribbles: Michael Kutzia- - Aufzählungs-Text
Transkript anzeigen
00:00:19: Moin und herzlich willkommen zum CO2 Neutral Podcast, dem Interview-Podcast von FET Consulting.
00:00:26: Wir begleiten Unternehmen auf ihrer Reise der digitalen und nachhaltigen Transformation und
00:00:30: treffen dazu immer wieder und auch manchmal zwei-, dreimal interessante und spannende,
00:00:39: inspirierende Gesprächspartnerinnen. Denn wir glauben ganz fest daran, dass eine nachhaltige
00:00:44: Transformation nur gemeinsam gelingen kann. Daher freuen wir uns hier auf den regelmäßigen
00:00:49: Austausch mit Expertinnen. Wir, bin heute tatsächlich ich, Alexandra Hergit, Beraterin bei FED Consulting
00:00:56: und Host des monatlichen Corporate Sustainability Briefings. Ihr kennt sicherlich schon meine
00:01:01: Stimme. Und ich freue mich tatsächlich sehr auf unseren heutigen Experten. Das ist nämlich
00:01:07: Axel Berger. Und wir freuen uns immer besonders, wenn aus Podcasts echte Verbindungen entstehen.
00:01:15: Ja, mit Axel, dir haben wir so eine Verbindung gefunden, denn du warst im Mai 2022 schon mit
00:01:23: deinem Kollegen Christian Rube bei uns und hast uns von eurem Ansatz bei Hanil zur Enkelfähigkeit
00:01:30: erzählt. Inzwischen sind fast vier Jahre vergangen, wir haben uns immer wieder getroffen, entweder
00:01:35: auf Veranstaltungen, wo du inspirierende Keynotes gehalten hast oder einfach auf einen Kaffee
00:01:39: im Büro. Du bist immer noch bei Haniel und inzwischen als Chief Digital und Sustainability Officer.
00:01:47: Und auch das Thema Enkelfähigkeit oder das Programm Enkelfähigkeit hat sich zu einer richtigen
00:01:52: internationalen Bewegung entwickelt, bei der du als Vorstand tätig bist. Ein längst überfälliges
00:01:59: Update steht hier also an. Lieber Axel, schön, dass du da bist. Wie geht's? Dankeschön. Freue
00:02:05: mich sehr, dabei zu sein. Und danke, dass ihr mich wieder eingeladen habt. Ja, eigentlich
00:02:12: fragen wir immer unsere Expertinnen am Anfang, wie sie denn zur Nachhaltigkeit gekommen sind.
00:02:17: Das würde ich jetzt mal skippen, denn wenn euch das interessiert, hört einfach in die Folge
00:02:22: vom Mai 2022 rein. Ich habe mir die tatsächlich auch gestern nochmal angehört und fand es widerspannend,
00:02:31: was ihr da macht. Macht ihr es noch immer so oder hat sich viel verändert? Das werden wir
00:02:36: alles jetzt in den nächsten Minuten erfahren. Aber zuerst mal zur Einordnung. Wie ist dein
00:02:41: Blick auf die aktuelle Entwicklung? Merkst du in deinem Umfeld so eine gewisse Nachhaltigkeitsmüdigkeit?
00:02:48: Sicherlich ausgelöst durch Omnibus, die geopolitische Lage? Oder siehst du eher, dass hinter den
00:02:55: Kulissen weitergemacht wird, aber vielleicht weniger darüber kommuniziert wird? Also das
00:03:00: sehe ich auf jeden Fall und ich glaube auch, dass der Zungenschlag sich geändert hat. Das
00:03:04: gilt auch für uns, zum Beispiel in den Enkelfähig-Initiative. Warum? Weil Resilienz und vor allen Dingen
00:03:11: eben das Thema Abhängigkeit zum Beispiel von fossilen Energieträgern oder Rohstoffen im
00:03:16: Allgemeinen natürlich jetzt gerade ein Riesenthema wieder ist. meine zum zweiten Mal in fünf Jahren
00:03:20: haben wir eine Energiekrise und da wird vielleicht den ein oder anderen dann auch klar, dass es
00:03:26: doch vielleicht sinnvoller ist, wenn wir die Energie im eigenen Land produzieren können
00:03:29: und nicht so sehr abhängig sind von fossilen Energieträgern und vor allen Dingen auch von
00:03:33: deren Preisschwankungen. Und vielleicht ... haben inzwischen auch mehr Leute begriffen,
00:03:39: dass der Strompreis sehr, stark auch vom Gaspreis abhängt und wir das eben nicht immer selbst
00:03:44: steuern können. Also das merke ich schon. Das hat sich verändert. Das haben wir jetzt in
00:03:49: mehreren Veranstaltungen auch stärker diskutiert. Das heißt, von dem reinen Nachhaltigkeitsdenken
00:03:56: geht die Diskussion ein Stück weit weg. was ich gut finde, weil wir dann auch stärker über
00:04:01: Themen wie Profitabilität, über Wirtschaftswachstum, Wirtschaftskraftwettbewerbsfähigkeit sprechen
00:04:08: und das miteinander verbinden können. Das ist ja das, was wir schon seit gut sechs Jahren
00:04:13: eigentlich versuchen zu vermitteln, dass man Profitabilität und Nachhaltigkeit sehr gut
00:04:17: zusammenbringen kann. Und das merke ich eben schon, dass wir da so ein bisschen stärker
00:04:21: in diese Richtung gekommen sind. Nichtsdestotrotz Gerade natürlich das Thema Omnibus hat nicht
00:04:27: gutgetan aus mehreren Gründen. Ich befürworte 100%, dass man das Ganze versucht zu entschlacken
00:04:34: und effizienter zu machen. Gerade was die qualitativen Fragen aus der ESRS angeht, bin ich da 100
00:04:42: % dabei. Aber ich finde, man hätte nicht gleich 80 % der Unternehmen da jetzt rausnehmen müssen.
00:04:48: Und vielleicht hätte man sich auch einfach auf einen kleineren Standard wie die VSM-E. den
00:04:52: noch mal überarbeiten können und darauf einigen können, dass es halt für alle Unternehmen gibt.
00:04:56: Weil was wir schon gesehen haben, ist, dass es Zug erzeugt, auch bei uns. Das heißt, CSRD
00:05:02: war angekündigt, wir mussten das alle machen, die Unternehmen waren unterwegs und haben sich
00:05:06: halt dann damit beschäftigt. Und dabei sind eben dann nicht nur, ich sag mal, Nachhaltigkeitskennzahlen
00:05:11: rausgekommen, sondern eben auch Kennzahlen, mit denen man Geld verdienen kann. Also in
00:05:15: einem unserer Unternehmen haben wir dadurch, dass wir dann die Wasserzahlen mal erhoben
00:05:18: haben, jetzt 100.000 Euro weniger Kosten pro Jahr. Also war schon gut. Ist uns jetzt verloren
00:05:24: gegangen. Auch das Thema insgesamt hat für mich, also in der Wahrnehmung an Bedeutung verloren.
00:05:30: Aber ich hoffe, dass das jetzt eben wie anfänglich gesagt durch das Thema Resilienz und Abhängigkeit
00:05:34: wieder stärker in den Fokus tritt. Vielen Dank für diese tolle Einordnung. Ich gehe da total
00:05:41: mit und würde sagen, also du sprichst da nicht von einer Nachhaltigkeitsmüdigkeit, sondern
00:05:46: einfach eigentlich nach ... gewissen Veränderungen auch der Terminologien, die genutzt werden,
00:05:51: nicht wahr? Ja, absolut. Aber ich glaube, nur Terminologie wird zu kurz. Ich glaube, das
00:05:58: Wichtige, was so ein Stück weit passiert, ist jetzt die wirtschaftlichen Zusammenhänge stärker
00:06:02: zu sehen. Und das ist eigentlich das, was wir ja auch, wie gesagt, schon seit jetzt sechs
00:06:08: Jahren versuchen zu propagieren. Beschäftige euch mit dem Thema, weil das wird euch langfristig
00:06:12: wettbewerbsfähiger machen. Und das Problem ist natürlich, dass die Allgemeine Debatte, gerade
00:06:18: in Deutschland, da immer noch sehr unscharf ist. Was meine ich damit? Die B. erneuerbaren
00:06:24: Energien werden immer wieder mit den steigenden Kosten unter hohe Kostenverbindung gebracht.
00:06:28: Das ist ein Stück weit wahr, weil wir natürlich am Netzausbau arbeiten müssen. Gerade was Strom
00:06:35: angeht, das ist ein Stück weit wahr, aber das ist nicht die ganze Wahrheit. Da kommen noch
00:06:39: ganz viele andere Faktoren hinzu, wie die Gaspreise, auch eine allgemeine die allgemeine Situation
00:06:45: der Infrastruktur, die wir erneuern müssen. da spielen ganz viele Einflussfaktoren rein,
00:06:49: aber es wird halt immer genutzt, um zu sagen, nein, das ist ein Irrweg, Einbahnstraße macht
00:06:54: nur Deutschland, ist alles so teuer, unabhängig davon auch, wie die Preise vor diesen ganzen
00:06:59: Krisen und vor den erneuerbaren Energien waren. Da guckt keiner mehr drauf. Das wird alles
00:07:04: jetzt oder wurde in der Diskussion immer sehr, sehr stark in diese Schuhe da reingeschoben.
00:07:09: Und ich glaube, dass das jetzt so bisschen aufbricht, weil den Leuten jetzt vielleicht mir deutlich
00:07:13: wird, was passiert eigentlich, wenn wir nicht davon fossilen wegkommen bzw. wenn wir nicht
00:07:18: in Elektroautos investieren, weil der Weltmarkt ist in 2024, 2025 zweistellig gewachsen. So
00:07:24: jetzt können wir mitspielen oder wir können es lassen. Aber also geht mit oder ohne uns.
00:07:28: Es passiert. Erneuerbare Energien, auch Wachstum, Wärmepumpen, auch Wachstum. Und wir verlieren
00:07:33: immer mehr von diesen Zukunftsmärkten. Ich glaube, das bricht langsam. Vollkommen richtig. Und
00:07:38: ich mag es auch, wie wir direkt mit so einem Recht positives Zukunftsbild hier in die Aufnahme
00:07:44: gestartet. Und eigentlich hatte ich es als einer der letzten Fragen, aber ich finde, es passt
00:07:48: gerade doch thematisch sehr dazu, bevor wir dann noch mehr in die Arbeit bei HANI und auch
00:07:54: mit der Stiftung einsteigen. Aber ich hatte gesehen, gerade hast du bei LinkedIn ein ganz
00:08:00: spannendes Positionspapier gepostet und das war unter anderem in Zusammenarbeit mit Maya
00:08:06: Göpel entstanden. Alle Podcast-Hörerinnen wissen, ich bin, glaube ich, Mayas allergrößter Fan.
00:08:12: Vielleicht kannst du einmal erläutern, was dahinter steckt und wieso ich sage, ich finde, dass
00:08:16: es gerade sehr gut passt, ist, weil ihr ja auch gewisse Forderungen an die Politik stellt,
00:08:22: um Bedingungen oder Gleise so zu stellen, dass all das, was du gerade sagst, auch wirklich
00:08:29: umsetzbar ist. Ja, ich glaube, dass dann drei herausragende Aspekte dabei sind. Das erste,
00:08:36: hier haben sich Initiativen zusammengeschlossen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Maya
00:08:41: hat mit ihrer Initiative Mission wertvoll das Ganze quasi so die Schirmherrschaft ein Stück
00:08:46: weit oder den Anker gestellt. Dazu sind aber eben noch Initiativen wie React oder eben auch
00:08:53: unsere enkelfähige Initiative dazu gekommen und andere. wir haben gemeinsam unsere Netzwerke
00:08:59: genutzt. um eben dann auf UnternehmerInnen, und zwar namhafte UnternehmerInnen, zuzugehen
00:09:04: und die dazu zu animieren, uns darüber zu diskutieren, wie könnte ein Zukunftsbild für Deutschland
00:09:10: aussehen. Das heißt eben nicht nur Nachhaltigkeit, sondern das heißt Wettbewerbsfähigkeit, wirtschaftliche
00:09:17: Stärke, aber eben auch Zukunftsmärkte und natürlich vor den Rahmenbedingungen, dass wir sagen,
00:09:24: wir müssen eine nachhaltige Wirtschaft erzeugen. So und wie kriegen wir das zusammen? Was
00:09:29: ist jetzt eigentlich das, wozu sich die Unternehmen kommitten? Das haben wir in den Vordergrund
00:09:36: gestellt. Es wäre nicht nur so, wir gehen jetzt mal hin und sagen einfach, was alles doof ist
00:09:40: und die Politik muss das schon richten. sondern es geht darum, dass die UnternehmerInnen sich
00:09:44: kommitten und sagen, wir wollen Folgendes tun und wir sind bereit, auch daran zu arbeiten.
00:09:49: Wir sind bereit, auf diesen steinigen Weg zu gehen in dieser Transformation. Und es gibt
00:09:54: aber Rahmenbedingungen, die wir brauchen. Und das ist das, was wir der Politik dann eben
00:09:58: dargestellt haben, was brauchen wir denn eigentlich. Aber eben immer in dieser Reihenfolge. nicht,
00:10:03: okay, wenn die Politik das macht, dann machen wir auch was, sondern nein, wir gehen in Vorleistung,
00:10:06: Politik, musst jetzt mitziehen. Das fand ich maximal bemerkenswert und eben dadurch haben
00:10:12: wir auch viel mehr Reichweite erzeugt. Man sieht eben, dass diese gebündelten Kräfte unter der
00:10:16: Initiative zusammen zukunftsfähig auch wirklich Reichweite bekommen und Menschen zusammen bekommen,
00:10:23: die Einfluss haben, die einen Namen haben, die Reichweite haben. Und das zeigt sich halt jetzt
00:10:28: gerade. Und das Dritte, was ich halt bemerkenswert daran fand, es ging eben genau wie anfänglich
00:10:35: gesagt sehr stark um das Thema Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit. Und ich glaube, das Thema nachhaltige Wirtschaft
00:10:43: oder nachhaltige Ökonomie war nur eine Rahmenbedingung, die wir damit betrachtet haben. Aber es ging
00:10:48: eben viel mehr darum, wofür steht eigentlich Deutschland in der Zukunft, wofür steht Made
00:10:54: in Germany in der Zukunft. Und wie können wir das alle gemeinsam erreichen, wenn wir zusammenarbeiten?
00:10:59: Das war das, was ich sehr bemerkenswert an dieser Initiative fand. Danke für den kleinen Einblick
00:11:05: in die große Arbeit, ihr da geleistet habt. Wie geht es denn da jetzt weiter? Das ist eine
00:11:11: gute Frage. Also jetzt sind wir an dem Punkt, wo wir diesen Actionbrief veröffentlicht haben,
00:11:15: das gerade in den letzten Tagen passiert, hat zum Beispiel das Handelsblatt auch darüber
00:11:19: berichtet oder auch Table Media. Also was auch mal zeigt, dass wir tatsächlich Reichweite
00:11:27: damit bekommen konnten. Und jetzt wollen wir diese Initiative natürlich am Arbeiten halten.
00:11:32: Das heißt, fast alle Teilnehmer, die dabei waren, das waren 40 deutsche UnternehmerInnen, die
00:11:38: haben sich fast ausschließlich bereit erklärt, auch weiter mitzuarbeiten. Das heißt, womit
00:11:43: wir jetzt weitermachen ist, nachdem wir das jetzt veröffentlicht haben, dass wir darüber
00:11:47: gemeinsam diskutieren, was sind die nächsten Schritte, dass wir auch eine neue Veranstaltung
00:11:52: planen. Da starten wir gerade mit, die dann gegen Ende des Jahres oder im letzten Quartal
00:11:57: hoffentlich stattfinden wird, wo wir genau diese Menschen und alle, die sich zusätzlich daran
00:12:02: beteiligen wollen, wieder zusammen holen und dann eben darüber diskutieren, okay, was machen
00:12:06: wir denn jetzt ganz konkret? Hat sich jetzt was verändert politisch? Was hat sich bei uns
00:12:11: verändert? Was machen wir ganz konkret? Wie machen wir weiter? Wie machen wir auch weiter,
00:12:16: ich sag mal, Aufmerksamkeit technisch? sodass dann auch wir mehr Leute da rein kriegen, die
00:12:22: da mitmachen, mehr Reichweite bekommen. Das wird jetzt die Arbeit der nächsten Wochen sein,
00:12:27: aber das müssen wir jetzt erst noch mal abstimmen. Und du hast dort ja quasi nicht als Axel-Harniel
00:12:33: teilgenommen, sondern Axel-Enkelfähigkeit. Vielleicht kannst du da einfach noch mal einen kleinen
00:12:40: Einblick geben. Also, wo steht ihr dort aktuell? Wie geht es bei eurer Initiative weiter? Ich
00:12:46: habe verstanden, es ist mittlerweile eine Stiftung. Es ist ein Verein, also es ist der Enkelfähig
00:12:53: e.V., die Enkelfähig Initiative. Ein Stück weit bin ich natürlich schon als Haniel auch noch
00:12:58: dabei, weil Haniel als Unternehmen Mitglied der Initiative ist, eines von mehreren. So,
00:13:05: geht es da weiter? Wir haben jetzt verschiedene Kooperationen gestartet, zum Beispiel mit Beta
00:13:10: Ventures haben wir gerade eine Kooperation gestartet. Wir sind sehr eng mit ... mit Symm, dem Veranstalter
00:13:18: des Beyond Economy Festivals, in Kooperation. wir im letzten Jahr eine eigene Bühne gestellt.
00:13:26: Das war auch, soweit ich das richtig in Erinnerung habe, die erfolgreichste Bühne nach der Mainstage.
00:13:31: Weil wir, glaube ich, interessante Themen über Resilienz, wirtschaftliche Kraft mit und durch
00:13:37: Nachhaltigkeit dort gespielt haben. An dieser Kooperation werden wir jetzt festhalten. Wir
00:13:42: diskutieren gerade, wie wir jetzt auch in 2026 da wieder eine Bühne machen können. Wir haben
00:13:49: mit der Allianz in Nordrhein-Westfalen, machen wir mehrere Veranstaltungen, da wird die zweite
00:13:54: dieses Jahr stattfinden, haben ein kleines Seminarprogramm schon aufgebaut, das wollen wir ausweiten.
00:13:59: Aber ganz wichtig, wir suchen ehrenamtliche Unterstützer. Weil wir sind natürlich alle
00:14:04: ehrenamtlich unterwegs, kommen alle aus der Wirtschaft, haben alle einen Job, den wir sehr
00:14:08: ernst nehmen. Und wenn sich jemand beteiligen möchte, dann erlaube mir, dass ich hier diesen
00:14:13: kurzen Aufruf mache. Ziel und Sinn dieser Initiative ist es eben, UnternehmerInnen davon zu überzeugen,
00:14:20: dass eine nachhaltige Wirtschaft nicht nur möglich ist, sondern uns auch profitabler, resilienter
00:14:27: und wettbewerbsfähiger machen kann. Und wir haben viele gute Beispiele, wir viele gute
00:14:31: Methoden und geben auch gerne Unterstützung, um das eben dann auch möglich zu machen für
00:14:37: den oder die jeweilige UnternehmerInnen. Und wer da Bock hat mitzumachen, soll sich einfach
00:14:42: bei mir melden. Wir würden uns über jede Unterstützung freuen, damit das Ganze schneller wächst. Und
00:14:47: was wir auch versuchen, ist, dass wir mit anderen Initiativen enger zusammenrücken, so wie wir
00:14:51: das zusammen zukunftsfähig gemacht haben. Weil ich glaube, ein großes Problem in dieser Landschaft
00:14:56: ist, dass jeder so sein Thema hat, sein Baby hat und sein Ding dreht. Und das ist auch gut.
00:15:01: Also wir brauchen ja mehr von solchen Initiativen und Menschen, die das machen. Aber was wir
00:15:06: ja auch merken, ist, dass durch die gebündelte Kraft kommen wir weiter. schneller voran. Und
00:15:11: das heißt, ich appelliere immer dazu, dass wir uns in den Initiativen enger zusammenfinden
00:15:17: und daraus dann halt auch größere Initiativen machen, als nur jeder so sein, ich sag das
00:15:22: mal, nicht despektierlich gemeint sein kleines Ding dreht, sondern wirklich größere Initiativen
00:15:28: herauskommen. Sprich, wenn ich Unternehmerin wäre, bin Dann könnte ich mit meinem Unternehmen
00:15:37: mich der NKV-Initiative anschließen, würde nicht nur Austausch bekommen, sondern auch Webzeugkästen,
00:15:45: würde zu spannenden Veranstaltungen und Events eingeladen werden und würde einfach unterstützt
00:15:49: werden auf meiner Reise zu mehr Nachhaltigkeit. Genau. Also ich kann als Unternehmen Mitglied
00:15:55: werden, ich kann auch als Privatperson Mitglied werden oder ich kann eben als Ehrenamtler auch
00:16:00: mithelfen. das heißt zum Beispiel Thema übernehmen, Kommunikation. Das heißt, wie kriegen wir mehr
00:16:08: Kommunikation für den Verein getrieben? Also wenn da jemand eine Expertise zum Beispiel
00:16:11: hat, so was suchen wir, damit wir einfach mehr Power an den Tag legen. ja, Fokus ist natürlich
00:16:17: auf den Mitgliedern. Das heißt Unternehmen, die sich daran beteiligen, mitmachen wollen,
00:16:21: mit ihrem Namen dann auch dafür stehen, sodass wir dann eben mehr Leute überzeugen können.
00:16:27: Super. Vielleicht noch eine Frage dazu. Also wenn ich jetzt mir mal so eins dieser Werkzeuge
00:16:34: anschauen könnte, was würdest du sagen, was wäre so eine der Dinge, die du in letzten Jahren
00:16:39: entwickelt hast, wo du sagst, okay, das finden die Unternehmen wirklich klasse. Neben dieser
00:16:43: Vernetzung, dem Spirit und Co., aber gibt es irgendwas so hands-onmäßiges, wo du sagst,
00:16:48: nee, das hat echt ein paar schon geholfen? Also es sind eigentlich zwei Methoden oder zwei
00:16:53: Elemente. Das eine ist ein Unternehmensrating. Das hatten wir bei Hanja entwickelt, um unser
00:16:59: Portfoliounternehmen zu bewerten auf Nachhaltigkeit. Also wie nachhaltig ist ein Unternehmen eigentlich?
00:17:04: Das Schöne daran ist, damit kann ich es messbar machen, damit auch steuerbar machen und inszentivierbar
00:17:10: machen. Das hilft den Unternehmen oder vielen Unternehmen, mit denen wir das gemacht haben,
00:17:14: hat das geholfen, auch selber zu verstehen, wo stehen sie eigentlich und wie können sie
00:17:17: sich verbessern. Weil es ist nicht nur ein Rating, sondern es zeigt immer auch, wo könnte ich
00:17:22: stehen und die Brücke dazwischen? Also wo stehe ich heute? Wo könnte ich stehen und die Brücke
00:17:26: dazwischen? Und das zweite wirklich hands-on ist für mich immer noch, es kommt nicht von
00:17:31: uns, das ist auch keine Raketenwissenschaft, aber das ist die Marginal Abatement Cost Analyse.
00:17:36: Die führen wir bei Haniel jetzt auch innerhalb der Klimastrategie oder unserer Climate Change
00:17:43: Mitigation Policy überall flächendeckend ein. Warum? Weil wir darüber jede einzelne Maßnahme
00:17:49: sehen, die bei den Portfolienunternehmen zur Dekarbonisierung führt. Also nehmen wir mal
00:17:53: das platte Beispiel einer Photovoltaikanlage. Aber wir sehen nicht nur diese einzelnen Maßnahmen,
00:17:57: sondern wir sehen eben auch, was müssen wir dafür investieren? Also da ist überall ein
00:18:02: standardisierter Business Case dahinter. Und wir sehen, was bringt uns eigentlich diese
00:18:06: Investition an Rendite? So und dann kannst du anfangen zu steuern, dann kannst du anfangen
00:18:10: zu planen, dann kannst du anfangen zu priorisieren und du siehst auch, was habe ich für einen
00:18:14: Investitionsbedarf, aber was verdiene ich auch zusätzlich an Geld? Weil viele dieser Maßnahmen
00:18:19: machen mich tatsächlich profitabler und nicht weniger profitabel. Und ich glaube, das mal
00:18:24: transparent zu machen und dann danach seine Dekarbonisierungsroadmap zu planen, ist total
00:18:29: unternehmerisch, macht total Sinn. Aber was ich halt feststelle, ist, dass zumindest in
00:18:34: den vergangenen Jahren viele Unternehmen es halt nicht so strukturiert gemacht haben. Und
00:18:39: dazu appelliere ich, nehmt euch dieses Tool, plant damit eure Dekarbonisierungsroadmap und
00:18:45: dann könnt ihr auch entscheiden, was machen wir sofort, was machen wir vielleicht später,
00:18:48: was machen wir vielleicht auch gar nicht, weil es halt so so teuer ist und uns nicht ins
00:18:52: Geld bringt. Das kann dann jeder ja selber für sich entscheiden, aber darüber habe ich halt
00:18:56: einen strukturierten Ansatz, wie ich nicht nur weniger Emissionen erzeuge, sondern vielleicht
00:19:01: sogar profitabler werde. Ja, spannend. Also das sind doch zwei super Werkzeuge und wir
00:19:08: verlinken auch natürlich nochmal die Initiative und deine Kontaktdaten. Du hast eine relativ
00:19:15: gute Überleitung gemacht. zu Haniel. Und zwar habt ihr nämlich in der Folge von 22 über genau
00:19:22: diese Bewertung von Unternehmen gesprochen. auch über eure Ziele, die Metriken zur Messung
00:19:28: und Co. echt tolle Inhalte geteilt. Jetzt würde mich natürlich interessieren, was beschäftigt
00:19:35: dich und eure Unternehmen aktuell. Also ja, jetzt war so vier Jahre Rückblick. also wir
00:19:45: haben Das Rating haben wir der Initiative übergeben. Das heißt, die Initiative macht das jetzt mit
00:19:51: ihren Mitgliedern und ratet ihre Mitglieder darüber auf Nachhaltigkeit. bei Haniel haben
00:19:56: uns jetzt auf Climate Change Mitigation fokussiert. Zunächst mal natürlich auch auf die CSRD, aber
00:20:02: da warten wir jetzt immer noch so ein bisschen darauf, wie es weitergeht und müssen das jetzt
00:20:05: erst wieder anschieben. Aber die Climate Change Mitigation Policy haben wir eben sehr stark
00:20:10: auch an den Bedarf der Unternehmen orientiert. Was meine ich damit? Wir haben für alle Unternehmen
00:20:16: vorgegeben, dass sie erstens eine Roadmap evaluiert durch SBTI aufsetzen muss, dass sie ihr Carbon-Accounting
00:20:25: in einem Standard-Tool reporten muss. Das ist erste Tool, soweit ich zumindest weiß, was
00:20:30: wir gruppenweit wirklich ausrollen. Und dass sie eine Margin-Abatement-Kost-Analyse machen
00:20:36: müssen, um eben genau diese SBTI-Dekarbonisierungs-Roadmap dann zu füttern. Und darüber sehen wir halt
00:20:43: dann hoffentlich so ab. Ende des Jahres über alle Unternehmen. Okay, was ist eigentlich
00:20:49: der Dekarbonisierungsfahrplan? Wie wollen die Unternehmen das machen? Was haben sie für einen
00:20:53: Investitionsbedarf? Und was für einen Return bringen diese Investitionen denn eigentlich?
00:20:57: Und warum haben wir das gemacht? Weil wir immer mehr Kunden auch haben, gerade die großen Kunden,
00:21:03: die Key Accounts, die SPTI evaluierte Roadmaps einfordern. Das heißt, da gibt es einen klaren
00:21:08: Kundenbedarf. Wir haben das gemacht. damit wir eben sehen, wie können wir diese Dekarbonisierung
00:21:13: möglichst profitabel gestalten, also wirklich unternehmerisch und natürlich auch, wie können
00:21:18: wir es gleich dann auch so reporten und hoch aggregieren, dass wir es quasi automatisch
00:21:23: in die CSSD-Anforderungen rein kriegen. So haben wir dann eben unsere Policy aufgesetzt mit
00:21:28: all diesen Pillern und die ist sehr strikt und die ist auch sehr ambitioniert und die wird
00:21:33: natürlich jetzt erstmal durch Near-Term-Targets gefüttert, wird aber ultimativ auch auf Net
00:21:37: Zero-Targets dann laufen. Und das ist das, worauf wir uns aktuell sehr stark fokussieren, das
00:21:43: Flächendecken über alle zehn Patroni-Unternehmen auszuholen. Ja, Wahnsinn. Also ihr seid da
00:21:47: wirklich immer noch Vorbild. Also ich hatte schon 22 echt beim Zuhören das Gefühl, ihr
00:21:55: geht echt einen Tag schneller als alle anderen. Und wenn ich das jetzt höre und das vergleiche
00:22:00: mit vielen Unternehmen, mit denen ich in Verbindung stehe oder die ich so beobachte, da können
00:22:06: wir sich ein großes Scheibchen abschneiden. Das ist schön, dass du das sagst, natürlich
00:22:12: auch bei uns, wir haben natürlich auch gebremst, jetzt in der Zeit, auch schon vor der CSD oder
00:22:18: vor Omnibus und haben uns jetzt eben stärker fokussiert. Und für jemanden, natürlich dann,
00:22:25: ich sag mal, sehr massiv neue Wege da gegangen ist oder neue Methoden aufgebaut hat und versucht
00:22:32: hat, das Ganze managable zu machen, wirkt das natürlich erst mal so wie so ein Rückschritt.
00:22:36: Also ich muss mich auch immer wieder selber dann Ja, wie soll ich das sagen? Nicht neu
00:22:42: motivieren, motiviert bin ich, aber selbst davon überzeugen, dass wir immer noch sehr ambitionierte
00:22:46: Ziele verfolgen und das auch durchziehen. Aber ich muss schon sagen, die Arbeit, die wir in
00:22:51: der Vergangenheit reingesteckt haben, ich glaube auch weiterhin, dass die sehr sinnvoll ist.
00:22:55: Weil in dem Moment, wo du Nachhaltigkeit eben operationierst, operationalisierst bzw. auch
00:23:02: messbar machst, kannst du es in die Management-Routine der Unternehmen reinbringen. Genau wie Cash,
00:23:07: genau wie EBIT. Genau wie Total Shareholder Return. Und erst wenn du das machst, wird das
00:23:12: kein Fremdkörper mehr sein, sondern wird das Teil der Management-Aufgabe sein. Und wenn
00:23:16: wir da hinkommen, dann glaube ich, dann schaffen wir das auch, weil dann wirst du jetzt zum
00:23:21: Beispiel deine Dekarbonisierungsfahrpläne oder deinen Wasserverbrauch genauso strukturiert
00:23:27: hoffentlich managen, wie du das mit deinem Cash machst. Und das ist genauso kompliziert oder
00:23:32: weniger kompliziert. Jemand, der keine Ahnung von Operating-free-Cashflow hat. Der wird sich
00:23:36: auch erst mal fragen, wer sind das überhaupt und woraus setzt sich das zusammen? Gleiches
00:23:39: Spiel. Und das müssen wir hinkriegen. Wir müssen das in die Management-Routine der Unternehmen
00:23:44: reinbringen, weil dann kannst du auch incentivieren. Kannst du auch jemandem Ziele geben und sagen,
00:23:49: hier, Dekamalisierungsfahrplan, minus vier Prozent im nächsten Jahr. Davon ist dein Wohnungsfall
00:23:53: zu 20 Prozent abhängig. Und da müssen wir hin. Also ich will gar nicht, dass das irgendwie
00:23:58: was auf Metaebene ist, dass das irgendwas Abgehobenes ist oder eben nur Welt retten. Da hat mir
00:24:04: mal Wort Sandalenfresse an den Kopf geworfen vor Jahren. Das will ich alles gar nicht, sondern
00:24:09: ich will einfach nur, dass es Teil des normalen Managements werden wird, weil wir werden das
00:24:14: ökonomische System nicht so schnell verändern. Das bedeutet, wir müssen in dem ökonomischen
00:24:19: System erfolgreich sein. Und das heißt, wir müssen die gleichen Methoden anwenden. Ja,
00:24:22: das ist auch, was auch häufiger hier schon im Podcast immer wieder auch erwähnt wurde von
00:24:28: weiteren Pionieren in der Richtung. Und das ist diese Übersetzung in die Sprache des Gegenübers.
00:24:34: Wenn ich mit einem Marketing Director spreche, dann muss ich auch die Sprache des Marketing
00:24:40: Directors sprechen, genauso wie wenn ich mit dem Finance Director spreche oder der Finance
00:24:44: Directorin, dass ich dann dort genau die gleiche Sprache spreche wie sie. Und deswegen finde
00:24:50: ich das sehr, sehr kraftvoll, wie du das jetzt auch simpel ausgedrückt hast. Also es klingt
00:24:56: ja dann doch sehr einfach, Also und dann müssen wir in der Operativen... Was für ein steiniger
00:25:02: und schwerer Weg es dann doch ist. Ja, aber das weiß ich gar nicht. Also das Gleiche könntest
00:25:07: du ja auch sagen, wenn du jetzt in Unternehmen sagst, ich will, dass ihr 100 Millionen Euro
00:25:11: an Cash holt. Dann ist das auch ein steiniger Weg, wenn sie dann anfangen müssen, ihr Inventory
00:25:16: zu reduzieren oder Trade Working Capital zu optimieren. Das ist ja nichts anderes. Und
00:25:21: ich glaube, dass das bei der Nachhaltigkeit eben erstmal die Frage ist, also was messen
00:25:25: wir und woraus setzt sich das zusammen? Weil wenn du jetzt Nachhaltigkeit misst, Dann hast
00:25:29: du zum Beispiel irgendwo halt CO2-Emissionen. Ganz klar. So das brichst du jetzt halt runter
00:25:35: auf einzelne Maßnahmen und die kann jeder managen. Jeder kann ein Photovoltaikprojekt managen.
00:25:40: Ich habe mal 44 Stück ausgerechnet für uns. Das ist ein ganz normales Projekt. Genauso
00:25:44: als du eine neue Waschmaschine kaufst. In der Wäscherei. Und wenn du das dann so weit runter
00:25:49: brechen kannst, dann ist das gar nichts steiniges oder so, sondern dann ist es eigentlich tägliche
00:25:53: Arbeit. Das Problem ist nur, dass wir bisher immer darauf geguckt haben, Emissionen. Wir
00:25:59: haben nie darauf geguckt wie Tören. So und wenn du jetzt eben dann mal klar machst, was ist
00:26:03: in der Business-Cast davon, dann redest du auf einmal mit dem CFO und nicht mehr mit dem Nachhaltigkeitsverantwortlichen.
00:26:09: Genau da muss es hin. Und ich glaube, dann kann es doch erfolgreich sein. Ja, richtig so. Jetzt
00:26:13: würde mich natürlich nochmal interessieren. Ihr habt zehn Portfolio-Unternehmen, hatte
00:26:17: ich richtig verstanden, oder? Ja. Die sind ja sehr unterschiedlich. Ich erinnere mich noch
00:26:23: von deiner Keynote vor Jahren. Da würde mich auch so ein kleiner Einblick interessieren.
00:26:29: Also kommt ihr da mit dem gleichen Narrativ zu jedem Unternehmen oder passt ihr das an,
00:26:34: je nach Geschäftsmodell und auch Person, dir gegenüber sitzt? Also wie läuft sowas ab? Wenn
00:26:40: ihr mit diesem Plan reinkommt, hier ist SBTI, hier ist unser Abatement Rate. So, jetzt macht
00:26:47: euch an die Arbeit. Also bei dem, Klima, das war ja deshalb auch der Fokus, weil das gilt
00:26:53: für alle. Also da, ich meine, natürlich haben Einige Unternehmen größeres Exposure als andere,
00:26:58: also in den Kindergärten hast du weniger ein CO2-Emissionsproblem als zum Beispiel in einer
00:27:05: Wäscherei oder so. Aber trotzdem, das Narrativ ist da dasselbe eigentlich. Was wir ja vorher
00:27:11: gemacht haben, ist, wir haben ja über dieses Future-with-living-Rating, über diese Analyse,
00:27:15: was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich, das ist eigentlich das Gleiche wie eine Materialität.
00:27:19: Wenn du jetzt ein Double Matriallity im Rahmen der CSRD gemacht hast oder im Rahmen von ESRS
00:27:24: dann, hast du ja eigentlich schon mal so einen Fußabdruck ermittelt. Das haben wir mit dem
00:27:29: Rating auch gemacht. Das heißt, wir wussten genau, wo hat eigentlich wer den größten Fußabdruck?
00:27:35: Also wie viel Gewichtung musst du eigentlich Klima geben? Wie viel musst du vielleicht sozialen
00:27:40: Themen, Gender Pay Gap zum Beispiel geben? wie viel musst du eigentlich auf Compliance
00:27:46: geben? Und ich glaube, das ist ganz wichtig. Dass du dir diese Arbeit machst, ob du das
00:27:51: jetzt über unser Rating machst oder ob du das mit über die Double Materiality machst, ist
00:27:55: eigentlich vollkommen unerheblich. Aber du musst dir im Klaren darüber sein, was ist eigentlich
00:28:00: der Fußabdruck, die Struktur von Nachhaltigkeit in dem jeweiligen Unternehmen. Und dann kannst
00:28:06: du wieder ganz gezielt an die Themen rangehen, zum Beispiel eben Wasserverbrauchsziele setzen.
00:28:10: Oder du kannst eben, wenn du das möchtest, Einstellungsquoten setzen, wenn du jetzt halt mehr Diversität
00:28:16: brauchst. Aber du kannst es eben immer mit Augenmaß machen. Du kannst immer darauf gucken, was
00:28:21: ist denn in der Branche eigentlich ein realistisches Ziel? Was ist für das Unternehmen halt machbar
00:28:26: oder eben auch nicht machbar? dann fängst du, Entschuldigung, das ist wie ein Sprung in der
00:28:31: Platte, aber dann fängst halt an zu managen. Und ich komme immer wieder auf diesen Punkt
00:28:35: zurück. Transparenz, Messbarkeit, Ziele setzen, die sollten ambitioniert sein im besten Fall,
00:28:41: das in die Strategie einbetten und dann exekutieren. Und dann fängst du wieder von vorne an. Also
00:28:47: das ist alles keine Raketenwissenschaft, aber du brauchst halt viel Konsequenz und du musst
00:28:51: es eben dann auch mit dieser Transparenz und mit diesem Willen auch angehen. Wie kann ich
00:28:57: das möglich machen? Für mich der große Fehler in Deutschland. diskutieren viel zu oft darüber,
00:29:02: warum es nicht möglich ist. Wir diskutieren inzwischen leider viel zu selten darüber, wie
00:29:06: kann ich es möglich machen. Ja, es ist auch spannend. Das knüpft natürlich auch an den
00:29:09: Punkt, den du ganz am Anfang gesagt hast, dass du definitiv für gewisse Aspekte im Omnibus
00:29:16: auch warst und andere nicht befürwortest, wie zum Beispiel die Reduktion der Anzahl der Unternehmen.
00:29:23: Und da gehe ich auch total mit, weil wir natürlich diese Kennzahlen einfach oder Datenpunkte,
00:29:29: über die ja alle gesprochen haben, einfach brauchen, um Vergleiche zu ziehen innerhalb von Branchen.
00:29:35: Und das resoniert mit mir und da denke ich auch direkt dran, wenn du jetzt erzählst, ich
00:29:40: versuche da jetzt quasi auch erst mal diese Datenlage zu etablieren und zu schauen in den
00:29:45: jeweiligen Branchen, wo steht das Unternehmen da? Schöner, wenn ich da nochmal reinspringe.
00:29:50: Das war eigentlich jetzt der nächste Schritt. Wir wollten jetzt das Rating eigentlich in
00:29:54: die ESHS überführen, bevor der Omnibus kam. Und warum? Weil die ESHS oder die CSRD ist
00:30:01: erst mal nur eine Sammlung von Daten. Genau das, was du sagst. Wir brauchen diese Daten,
00:30:06: aber noch gibt es da keine Vergleiche. Und das ist das, was unser Rating gemacht hat. Das
00:30:09: Rating hat eben immer gesagt, da könntet ihr sein oder solltet ihr sein, da seid ihr und
00:30:13: so kommt ihr dahin. Weil dann wird es actionable. Dann kannst du halt wirklich umsetzen. Und
00:30:19: ich glaube, dass das ultimativ auch mit der CSED passiert wäre. Das heißt, hätte sich eine
00:30:23: Datenökonomie entwickelt. Mit all den Daten, die dann da sind, dann hättest du auf einmal
00:30:27: Benchmarks gehabt, dann hättest du Empfehlungen gehabt und hättest dich eben auch vergleichen
00:30:31: können und Maßnahmen daraus entwickeln können. Und natürlich wie überall, umso größer die
00:30:37: Datenlage ist, große kleine mittlere Unternehmen, umso besser wird das Ergebnis. Und das haben
00:30:42: wir uns alles kaputt gemacht. Und viele der Unternehmen, zumindest auch viele, mit denen
00:30:46: ich gesprochen habe, die waren ja schon auf dem Weg. Natürlich hätten sich alle gefreut,
00:30:51: wenn man das kleiner gemacht hätte, weniger aufwendig gemacht hätte. Aber ich habe ganz
00:30:56: wenige gehört, die gesagt haben, Gott sei Dank müssen wir uns damit nicht mehr beschäftigen.
00:31:00: Und ich finde, da haben wir ein Asset verloren. Definitiv. Und das ist ja auch das, was selbst
00:31:07: große Institutionen wie die EZB bemängeln. Also die auch sagen, wir sind für Bilquartierabbau,
00:31:12: aber das geht halt nicht. Also das ist einfach zu weit gegangen. Vor allem, weil Banken und
00:31:17: Versicherungen einfach benötigen, diese Information. Ich glaube ja, dass wir trotzdem in den Weg
00:31:23: gehen, weil ich einfach sehe, dass sehr, sehr viele unserer Kundinnen trotzdem jetzt nach
00:31:28: VSMI berichten. weil sie sich halt auf den Weg gemacht haben und weil sie merken, ist
00:31:34: halt nicht nur das Nachhaltigkeitssilo, sondern es ist diese Verzahnung der unterschiedlichsten
00:31:38: Bereiche und eigentlich genau dieses Einweben ins Business as usual. ne? Also so, so, genau,
00:31:46: es wird einfach normaler. Jetzt hätte ich natürlich noch eine ganz zukunfts- und gegenwahrtsorientierte
00:31:54: Frage, bevor wir uns auch schon der letzten... Okay, ich stell mich mal neu hin und... ...das
00:31:58: nochmal tief einatmen. Und zwar, wir befassen uns natürlich als FedCon seit mehreren Jahren
00:32:06: und vor allem auch seit dem Hype noch mehr mit KI. Und jetzt würde ich gerne von dir erfahren,
00:32:13: was macht ihr so? Wie siehst du das im Hinblick auch auf Nachhaltigkeitsthemen? Gelingt der
00:32:20: Einsatz von KI schon bei euch? Einfach so ein kleiner KI-Rundumschlag. Ja, also erstmal
00:32:28: bewegt uns das ja natürlich. Wir haben auch oder ich habe auch das Glück, dass mein Chef
00:32:33: und der CEO das Thema sehr, sehr nicht nur für sehr, wichtig hält, sondern sich auch sehr
00:32:39: intensiv selber damit beschäftigt. Geht interessanterweise auch für unseren Aussichtsratsvorsitzenden.
00:32:44: Und das ist natürlich gut, weil das natürlich auch diesen Rückenwind, diese Bedeutung für
00:32:49: das Thema dann auch setzt. Wir sind sehr aktiv, ja, aber sind wir schon, haben wir das schon
00:32:54: super im Einsatz, würde ich sagen, bedingt. Ich glaube, was ich halt sehe, nicht nur bei
00:33:00: unseren Unternehmen, sondern generell ist, dass die Unternehmen sich recht schwer tun, werthaltige
00:33:04: Use Cases zu finden. ich meine, man kann sich ja mal mit diesen ganzen Use Case Sammlungen
00:33:09: oder sowas beschäftigen. Aber was davon generiert wirklich einen signifikanten Wert im Unternehmen?
00:33:15: Und damit meine ich jetzt eben nicht einen Brief oder eine E-Mail schreiben. So, und ich glaube,
00:33:19: da tun sich die Unternehmen noch schwer mit. Aber was wir gemacht haben, ist, wir haben
00:33:24: natürlich auch erst mal damit angefangen, Use Cases zu entwickeln, weil das immer so der
00:33:29: easy Entry ist. Wir bauen gerade ein großes Trainingsprogramm auf. Wir haben schon natürlich
00:33:34: das AI-Litgency-Training aufgesetzt und überdurchgeführt. jetzt auch bei, ich glaube, wir sind schon
00:33:39: über 80 Prozent gruppenweit. Das neue Training wird halt jetzt sechs Learning Journeys umfassen
00:33:47: mit neuen Modulen. Das heißt, da können wir auch