Nachfolge mit Haltung: Wie gebe ich mein Unternehmen in gute Hände?

Shownotes

📌 Unsere Learnings aus der Folge:

  • Nachfolge ist ein Prozess, der über einen langen Zeitraum vorbereitet werden sollte. Doch dann muss man als Inhaber:in auch den Absprung schaffen und die Nachfolger:innen eigene Wege gehen lassen.
  • Werte müssen im Arbeitsalltag bestehen, sonst bleiben sie unauthentisch. Ehrlich gelebt, ziehen sie die richtigen Mitarbeitenden an, denn die spüren sofort, ob die Haltung echt ist oder nur auf der Webseite steht.
  • Auch wenn man Wirkung über Wachstum stellt, kann man ein erfolgreiches Unternehmen führen. Nicht für alle Unternehmer:innen ist das Prinzip höher, schneller weiter das richtige Prinzip und der geeignete Antreiber.

🧭 Gliederung der Folge:

  • Irmgards Weg zur Nachhaltigkeit (02:50)
  • Was zieht Fachkräfte zu neues handeln? (05:23)
  • Die Situation in den 90ern (07:10)
  • Umgang mit Rückschlägen (10:57)
  • Die Entscheidung für die Social Summit GmbH? (13:03)
  • Über gelungene Nachfolgeregelung (16:11)
  • Irmgards Pläne für die Zukunft (22:41)
  • Unternehmerisches Engagement für Demokratie (26:27)

Wir haben das Gespräch mit Irmgard am 03.08.2026 aufgenommen.


🔗 Mehr erfahren & vernetzen:

🎧 Wem diese Folge gefallen hat, dem empfehlen wir noch die Folge mit Berni Hanel zum World Child Forum oder mit Enrico Eberlein über Demokratie.

💡Alles zum https://www.socialsummit.de/ Hier gibt es mehr zur Schöpflin Stiftung

👉 Der direkte Kontakt zu unserem Gast: Irmgard Nolte auf LinkedIn

👉 Über euer Feedback freuen sich Meike & Nils via LinkedIn

📞 Oder direkt bei uns in Hamburg: 040 – 226 383 100

✉️ moin@ceo2neutral.de

Der CEO2-neutral Podcast ist ein PHATes Projekt der Nachhaltigkeitsberatung PHATsustainability von PHAT CONSULTING


Viel Spaß bei der 203. Folge von CEO2-neutral!

Musik: Michael Ahlers, Scribbles: Michael Kutzia

Transkript anzeigen

00:00:19: Moin und herzlich willkommen zum CEO zwei Neutral Podcast, dem Interview-Podcast von Fat Consulting.

00:00:25: Wir begleiten Unternehmen auf ihrer Reise der digitalen und nachhaltigen Transformation und treffen dazu immer wieder interessante Gesprächspartnerinnen die uns und euch inspirieren und zum Nachahmen animieren sollen.

00:00:37: In einem Ende glauben wir fest daran dass eine nachhaltige Transformation nur gemeinsam gelingen kann und auch nur durch Austausch und ehrliches Feedback gelingen kann und daher freuen wir uns hier eben genau darauf.

00:00:49: Und wir, das sind wie immer nächstes Langemann und ich.

00:00:51: Moin Niels!

00:00:52: Wie geht's?

00:00:53: Moin Maike.

00:00:53: Du, mir geht es gut.

00:00:54: Ich komme frisch aus dem Urlaub.

00:00:55: Ich war letzte Woche im Rad in Büsum und hab den Kopf frei und freue mich jetzt quasi auf unseren ersten richtigen gemeinsamen Termin.

00:01:05: Wie gehts dir?

00:01:06: Gut, danke.

00:01:07: Ich habe aber so ein bisschen die Stellung gehalten und war dann auch mal ein bisschen weg.

00:01:10: Wir meinten es gerade schon im Vorgespräch.

00:01:12: Es ist ein bisschen Sommerloch grade, ne?

00:01:14: Aber ja ich freue mich auch, dass wir mal bitte zu zweit hier sitzen.

00:01:16: Ich hatte jetzt irgendwie auch ein paar Aufnahmen ohne dich, aber zurzeit macht das schon mehr Spaß würde ich sagen.

00:01:22: Deswegen wen haben wir Daniels?

00:01:24: Ja!

00:01:24: Wir haben Irmgard Nolte zu Gast.

00:01:25: Irmgart du hast in den letzten Jahren einen neuen Handel gegründet.

00:01:29: Eine Agentur für gesellschaftspolitische Kommunikation die seitdem konsequent in diesem Feld sich tummelt.

00:01:36: In deinem Unternehmen waren dir schon früh gewisse Dinge sehr wichtig wie Vereinbarkeit oder Verantwortung und Erfolgsbeteiligung für Mitarbeitende, auch zu einer Zeit als diese Punkte noch nicht Teil von Stellenanzeigen waren.

00:01:51: Jetzt hast du deine Firmenanteile nicht verkauft oder vererbt sondern in die Social Summit GmbH überführt die die erwirtschafteten Mittel in Demokratieförderung und Social Entrepreneurship investiert.

00:02:03: Es ist eine spannende Art, wie du als Unternehmerin Verantwortung übernimmst und weiterhin daran arbeitest, da halt dann auch neue Werte in die Welt zu tragen.

00:02:14: oder freuen wir uns über deine Haltung auf alle Fälle, deine Werte... und sind gespannt darauf, da ein bisschen mehr zu erfahren.

00:02:21: Vielleicht den einen oder anderen Tipp noch mal mitzunehmen?

00:02:23: Liebe Irmgard, schön dass du heute da bist!

00:02:26: Herzlich willkommen!

00:02:27: Wie geht's dir denn

00:02:27: überhaupt?!

00:02:28: Mir geht es auch gut.

00:02:29: ich freue mich auch hier zu sein und freue mich auf das Gespräch und das ist nicht.

00:02:33: vielen Dank, dass ihr mich eingeladen habt und bin ganz gespannt auf eure Fragen.

00:02:37: Ja dann würde ich sagen legen wir los.

00:02:39: na Und zwar wenn der Frage, die wir Jelbgas am Anfang stellen und zwar möchtest du sie auch ein bisschen größer interpretieren.

00:02:46: Das macht aber nichts!

00:02:48: Wie bist Du denn zur Nachhaltigkeit gekommen?

00:02:51: Ja nachhaltigkeit wird ja sehr häufig nur mit der ökologischen Dimension begründet.

00:02:55: das heißt dass haben wir natürlich als neues Handeln auch schon relativ schnell gemacht.

00:02:59: das heißt wir hatten keine Autos, sondern wir haben ein Jobticket finanziert für die Kolleginnen und Kollegen.

00:03:05: Wir haben natürlich Ökostrom gehabt und sind relativ früh umgestiegen und überhaupt nicht mehr geflogen bundesweit, sondern nur noch mit der Bahn gefahren zu einer Zeit wo das eigentlich noch überhaupt nicht üblich gewesen ist.

00:03:16: Was aber für mich tatsächlich die Nachhaltigkeit zusätzlich ausgemacht hat, ist das was im Unternehmen auch praktiziert werden konnte.

00:03:24: Nils du hast es eben gerade bei der Anmoderation schon gesagt.

00:03:26: Bei uns war Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

00:03:29: eigentlich haben wir auch immer gesagt Freizeit und Berufes gibt ja auch viele Menschen, die keine Kinder haben.

00:03:34: also wo's auch darum geht wie kann ich zum Beispiel eine Kollegin hat einen Pferd?

00:03:39: Wie kann ich das mit meinem Privatleben kombinieren?

00:03:43: Und das war für uns wirklich von Anfang an tatsächlich auch wichtig und wir haben es auch vom Anfang an praktiziert.

00:03:47: Wir haben relativ schnell Kolleginnen und Kollegen eingebunden bei der Personalauswahl, weil als Team natürlich muss es funktionieren und wenn da jemand kommt mit dem das Team überhaupt nicht kann dann funktioniert das ganze System nicht.

00:04:00: oder wir haben auch immer das Prinzip gehabt Verantwortung zu übertragen, dass also die Kolleginnen und Kollegen eigene Verantwortungsbereiche haben wo sie auch frei entscheiden können.

00:04:10: Das waren solche Prinzipien die heute natürlich noch genauso existieren aber die wir im Grunde genommen von Anfang an auch praktiziert haben.

00:04:18: Und wirtschaftlich natürlich auch klar.

00:04:20: Wir haben von Anfang angesagt wir werden nur organisch wachsen wir werden nicht kaufen.

00:04:25: da haben wir uns auch ständig dran gehalten.

00:04:30: Wie kann man auch nicht kündigen müssen?

00:04:33: Das heißt also, wie können wir verantwortlich handeln langsam wachsen aber trotzdem so bleiben dass die Arbeitsplätze gesichert sind.

00:04:40: Dass wir in dem Rahmen auch agieren können ja das vielleicht so als drei Dimensionen dazu.

00:04:47: Ja, kommen wir mal überlegt okay, neun nachtzig gegründet also sieben dreißig Jahre her ihr habt schon relativ früh Oh, ich bin mit diesen Themen beschäftigt oder mit diesen Werten beschäftigt.

00:04:58: Jetzt ist das Jahr sage ich mal seit Jahrzehnten zehn dann halt wie sehr stark in die Mode gekommen war es ja zumindest halt.

00:05:05: denn irgendwie wenn man LinkedIn verfolgt hat Ich weiß nicht ob's denn mehr eine Bammel war oder sozusagen oder halt dann irgendwie auch breiter angekommen ist Wie nimmst du das denn wahr?

00:05:15: Wie hat sich denn das eigentlich gewandelt in der Zeit im Außen?

00:05:20: und dann halt natürlich eben auch für euch als Agatur.

00:05:24: Also meines Erachtens nach war es dann wirklich so, dass die Unternehmen keine Fachkräfte mehr gewinnen konnten wenn sie nicht bestimmte Kriterien auch mit erfüllt haben.

00:05:36: Das war natürlich auch gut so!

00:05:38: Für uns war das nie ein Problem.

00:05:40: also wir haben immer unglaublich viele Bewerbungen gehabt Die haben wir auch heute noch, also wirklich viele Menschen die nicht nur wegen unserer Werte zu uns kommen wollen.

00:05:49: Das muss man dazusagen sondern auch für das was wir tun und was wir leisten.

00:05:53: Das ist schon eine bestimmte Aufgabe die sich ja nur um gesellschaftspolitische Themen kümmert.

00:05:57: Es ist etwas anderes als wenn man Produkte verkauft und ganz klassisches Marketing macht.

00:06:03: Ich glaube das Entscheidende ist wie tatsächlich diese Werte gelebt werden?

00:06:07: Also mit welcher Haltung das Ganze verbunden ist Und das spüren Menschen.

00:06:11: Das heißt, sie spülen ist es ernst gemeint.

00:06:13: Ist wirklich so dass ich Verantwortung übertrage und nicht nachträglich dann irgendwie reinkomme und sage ne, das ist ja superklasse aber so können wir das nicht machen.

00:06:22: natürlich ist das immer ein Zwischenspiel immer eine Diskussion.

00:06:26: Aber die Frage der Kommunikation wie man miteinander umgeht?

00:06:29: Das ist glaube ich das ganz entscheidende und manche Unternehmen machen das wirklich gut.

00:06:34: Aber bei manchen habe ich das Gefühl, es ist auch mehr, dass die Werte auf der Internetseite stehen.

00:06:40: Aber wie stark sie dann wirklich auch gelebt werden, ist schon ein bisschen unterschiedlich.

00:06:44: Und hat sich das geändert im Laufe der Zeit?

00:06:47: Also ich glaube sozusagen ja, also glaube ich schon dadurch, dass es immer mehr Arbeitnehmermarkt wurde... Das dreht sich gerade wieder so ein bisschen.

00:06:57: Ist das Thema halt so en vogue gekommen.

00:06:59: aber wenn du noch mal etwas weiter zurück guckst Wart ihr da halt so ein bisschen das bunte Einhorn, oder wie wurdet ihr da betrachtet?

00:07:08: Also wenn man jetzt mal in die neunziger denkt.

00:07:11: Ich weiß dass ich in den neunzigern auf der Sozialkonsozial gewesen bin.

00:07:14: Das ist eine Sozialmesse und dort dann tatsächlich die Frage gestellt habe es ging um das Thema Personal Wie weit denn sie selbst Ihre Kolleginnen und Kollegen bei der Auswahl der Mitarbeitenden einbeziehen.

00:07:27: Und die haben mich angeguckt, als ob ich ein Auto wäre, weil sie sich das überhaupt nicht vorstellen konnten.

00:07:32: Weil Sie gesagt haben, nein um Gottes Willen ist es doch Chefssache!

00:07:35: Das war damals auch im sozialen Bereich.

00:07:37: Ich glaube, dass hat sich ein bisschen geändert.

00:07:40: War es auch mehr tatsächlich Chefsache und Nicht-Chefinnensache?

00:07:43: Weil da auch die weibliche Führungsquote nicht ganz so relevant hoch gewesen ist... hat sich natürlich auch geändert.

00:07:51: Es dreht sich gerade wieder, das hast du ja eben auch gesagt.

00:07:55: Ich glaube allerdings auch was wir zusätzlich wirklich immer gespürt haben – das haben wir auch von unseren Kundinnen und Kunden gehört – man spürt die Haltung, die im Unternehmen existiert auch in dem, was nach außen geht.

00:08:07: Das heißt wir haben immer gespiegelt bekommen egal mit wem wir bei euch zu tun haben das sind alles super qualifizierte Menschen die eigenständig mit ihrem Kopf denken die sehr dienstleistungsorientiert sind für uns wirklich und für die Sache versuchen das beste rauszukriegen.

00:08:22: also ich glaube dass das nicht nur immanent bedeutet was die Fachkräftesicherung anbelangt sondern tatsächlich auch was den Output und die Qualität der Leistung anbelANGT.

00:08:32: Kannst du denn nochmal, dass das gerade so ein bisschen angerissen was ihr auch tut?

00:08:36: Kannst da noch mal ein bisschen für uns das noch einmal ein bisschen umschreiben.

00:08:40: Also Agentur für gesellschaftspolitische Kommunikation Das klingt ja auch eher recht groß und ist es ja wahrscheinlich auch.

00:08:47: Ja kann ich gerne machen!

00:08:49: Das war wirklich vor siebenunddreißig Jahren oder jetzt schon siebunddreißig halbjahren War das ein totales Exotentum Und alle haben gedacht Ich hätte eine GGBH gegründet, weil man damit kein Geld verdienen kann.

00:09:00: Wir haben von Anfang an tatsächlich Kommunikation für gesellschaftliche Themen gemacht.

00:09:04: Das heißt unser Kommunikationsverständnis ist so dass sich Menschen eine eigene Meinung bilden können.

00:09:10: das heißt wir vermitteln Informationen so und damit schließen wir komplett aus dass wir für Produkte Werbung machen weil da ist ja das Ziel kauf mich und nicht überlege ob vielleicht das andere Produkt das bessere ist Oder auch Wahlwerbung, Parteienwerbung machen wir nicht oder auch Mitgliederwerbung.

00:09:28: Das schließen wir damit komplett aus.

00:09:30: das heißt wir machen unsere Hauptkunden sind die öffentliche Hand.

00:09:34: also wir sind Rahmenvertragsagentur vom Arbeitsministerium oder vom Gesundheitsministerium für die wir die Veranstaltungen machen.

00:09:43: das heißt Wir arbeiten unsere Organspendenkampagne mit dem Orange und dem Rot entscheidet dich.

00:09:50: Das ist eine unserer bekanntesten Kampagnen, die viele Menschen kennen.

00:09:54: Und wir arbeiten dann für Verbände, für Vereine, für Nicht-Regierungsorganisationen also viel für die Zivilgesellschaft, für die öffentliche Hand auf Landes- und Bundesebene.

00:10:02: das sind unsere Kunden und da sind auch unsere Themen rund um Arbeit Familie Kinder Gesundheit Verkehr Stadtentwicklung Also all die Breite Palette, die man sich hier so vorstellen kann.

00:10:16: Und das macht sehr viel Spaß!

00:10:17: Das kann ich wirklich nicht anders sagen.

00:10:19: Es sind super Themen und es lohnt sich damit auseinanderzusetzen.

00:10:23: Es ist ein ganz tolle Menschen, die in diesem Bereich auch arbeiten und mit ihnen gemeinsam das zu entwickeln.

00:10:28: Das macht schon wirklich richtig Spaß.

00:10:30: Ja vielen Dank.

00:10:32: Hast du denn eigentlich auch mal gezweifelt sozusagen auf dem Weg?

00:10:35: Also ich sag mal so... also manchmal wenn's dann mal nicht läuft Dann ist es ja immer die Frage sozusagen, in welches Muster geht man dann halt wiederum zurück.

00:10:44: Ja also bleibt man dann den Konsequent bei dem Weg oder denkt man halt auch so eine Scheiße?

00:10:49: das kann doch wohl nicht wahr sein?

00:10:50: Wie ergibt's dir damit?

00:10:51: Also

00:10:52: wir sind konsequent auf dem Weg geblieben Das kann ich dazu sagen und natürlich gibt es Höhen und Tiefen.

00:10:58: Ich weiß dass war noch relativ am Anfang.

00:11:01: da hat uns ein sehr wichtiger Mitarbeiter aus privaten Gründen verlassen.

00:11:05: der ist halt einfach umgezogen in einer anderen Stadt.

00:11:08: oder aber wir haben uns darauf verlassen, dass ein großer Auftrag kommt und der kam dann aber nicht.

00:11:13: Das sind solche Geschichten die es natürlich gibt, aber es hat uns nicht vom Weg abgebracht.

00:11:18: Wir sind ganz klar, haben wir gesagt, wir bleiben in diesem Bereich, wir machen weiter genau das und wir machen's auch in unserem Wertesystem genauso weil letztendlich waren das ist ja die Frage was lerne ich aus den Tiefen?

00:11:32: Ich habe ganz klar gelernt, ich muss nur Hau auf mehrere Schultern verteilen.

00:11:37: Es kann nicht sein, wenn ein Mensch geht, dass das ein Problem für mich ist, sondern ich muss dann gucken, dass es nur HAU gut verteilt ist.

00:11:43: Es muss auch sein, dass die Aufträge gut verteil sind und dass es mehrere Projekte sind.

00:11:47: Und letztendlich ist das meine Verantwortung als Unternehmerin, dass dies funktioniert und nicht die Verantwortung des Teams.

00:11:54: Und daraus immer wieder zu lernen neue Schlüsse zu ziehen und das dann weiterzuentwickeln.

00:11:59: Ich glaube, dass hat auch den Erfolg von uns ausgemacht weil für mich gehört es einfach dazu.

00:12:06: Fehler machen gehört dazu sowieso ganz klar sonst lernt man nichts.

00:12:09: aber auch solche Rückschritte zu haben zum Beispiel Corona war ja für viele ein riesiger Einschnitt gewesen.

00:12:15: Auch wir machen sehr viel im Veranstaltungsbereich und hatten erst befürchtet Das würde ganz schlimm werden sind aber sofort auf digital umgestiegen.

00:12:24: Von daher war Corona für uns sogar ein Schub nach vorne, weil wir darüber sehr viel Erfahrung im digitalen Bereich sammeln konnten und uns das tatsächlich auch sehr honoriert wurde von den Kunden.

00:12:35: Das spricht ja dann auch dafür dass ihr auch sehr schnell auf Entwicklungen reagieren könnt und da sehr dynamisch auch im Team unterwegs seid.

00:12:44: Wie bist du auf die Idee gekommen deine Anteile jetzt in die Social Summit GmbH zu überführen?

00:12:50: Mich interessiert auch immer so ein bisschen, wie lang hast du da schon drüber nachgedacht?

00:12:53: Weil das ist ja gerade als Unternehmerin ja auch keine so leichte Entscheidung vermutlich und hast du dir auch unterschiedliche Modelle angeschaut.

00:13:01: Also holt uns doch da mal ein bisschen ab!

00:13:03: Sehr gerne.

00:13:04: Nachgedacht habe ich dann über schon, ich glaube jetzt acht Jahre lang.

00:13:08: also ich hab relativ frühzeitig angefangen über meine Nachfolge nachzudenken weil mir klar war, dass das auch eine Weile braucht bis es wirklich in guten Händen ist.

00:13:17: Also auch intern.

00:13:18: Es war von Anfang an immer klar gewesen, dass die Agentur nicht eine große Netzwerkagentur verkauft, obwohl ich mehrere Anfragen gehabt hatte, weil sonst wäre die Werte-Dynamik eigentlich kaputt?

00:13:30: Weil die großen Netzwerkargenturen müssen natürlich so agieren, dass sie vom Profit leben sind ihren Eigentümern dazu verpflichtet und dann geht es immer darum Geld zu machen.

00:13:41: Bei uns geht es natürlich auch darum Gewinn zu machen, aber wir können damit anders agieren.

00:13:45: Wir können dann sagen, es gibt mal solche Zeiten oder es gibt solche Zeiten und für uns stand letztendlich das Unternehmen in meinem Zentrum im klassischen mittelständischen Bereich ist ja auch genau so.

00:13:55: Und was dann für mich das Entscheidende gewesen?

00:13:59: Wir haben immer sehr stark auf die Wirkung gezielt, das heißt als Beratungsunternehmen haben wir immer geschaut.

00:14:04: Wir leben ja letztendlich von Steuergeldern oder von Spendengeldern wenn unsere Kunden uns bezahlen und wir haben immer gesagt okay dieses Geld was können wir mit diesem Geld bestmöglich erreichen?

00:14:15: Das heißt wir haben geschaut was ist das Problem und wie können wir dieses Geld dann wirklich möglichst effizient einsetzen?

00:14:21: Und letztendlich ist die Sozialmitgehenbär jetzt die logische Konsequenz.

00:14:24: Wir machen das Wirkung nicht mehr nur noch mit Beratung, sondern wir finanzieren auch.

00:14:29: Wir unterstützen solche Initiativen, solche Institutionen und solche Organisationen, die sich – da haben wir den Schwerpunkt gelegt – für Demokratie-Vielfalt einsetzen, für gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen.

00:14:45: Das war für uns die Maßgabe gewesen.

00:14:49: Unsummen sind, haben wir den Schwerpunkt dann auf die östlichen Bundesländer gelegt weil wir gesagt haben okay wir sitzen halt auch in Berlin mit einem Standort und machen das dann wobei dieses Social Summit GmbH das muss ich auch dazu sagen wirklich völlig losgelöst von der AG läuft.

00:15:05: Das heißt also ich habe bei Neues Handeln keine Stimmrechte mehr.

00:15:10: Ich bin da nur als Vertreterin der GmbHA bei der Hauptversammlung dabei wenn es um Geldausschüttung geht.

00:15:17: ansonsten macht die Neues Handeln AG und das war mir auch sehr, sehr wichtig.

00:15:23: Weil ich habe immer das Gefühl wenn so die alten Chefs und Chefin dann noch mitreden Dann ist es schwieriger für die neuen Menschen sich auch zurechtzufinden und den eigenen Weg zu gehen.

00:15:34: Also da hab' ich ein paar Fragen zu.

00:15:35: was in meinem Kosmos halt so ist Ist halt immer die Frage, ist es halt deine eigene Idee und wird das dann auch irgendwie angenommen.

00:15:44: Also wenn man jetzt auf die AG schaut also man geht ja selber raus gestaltet dann eine Nachfolge hat dann irgendwie eine Idee wie es gut sein könnte aber gleichzeitig müssen ja die anderen auch irgendwie auch die gleiche Idee haben sozusagen.

00:15:58: Idealerweise ist es ja dann irgendwie abgeben und einen ziehen.

00:16:02: Wie hast du das halt irgendwie wahrgenommen?

00:16:05: Wird da dann halt auch gezogen.

00:16:06: Also wollen die Leute das auch.

00:16:08: oder wie ist es bei dir?

00:16:11: Du meinst, dass jetzt auf die AG bezogen also auf neues Handeln, auf die Agentur... Auf

00:16:14: die AG bezogen!

00:16:16: Das ist so vom Prinzip her und das war mir wichtig, dass ein Drittel bleibt in Eigentümerhand und zwei Drittel sind die Social Summit GmbH.

00:16:25: Also meine Anteile habe ich in die Gmbh gelegt und das andere Drittel gehört einer Person, die bei Neues Handeln arbeitet.

00:16:33: Weil ich glaube es braucht dieses unternehmerische Ziehen diese Verantwortungsübernahme hängt auch am Geld ein Stück weit.

00:16:40: das ist auch der eigene Besitz.

00:16:42: deswegen und deswegen finde ich diese Kombination eigentlich ganz gut gelungen zwischen diesen beiden Anteil zu agieren.

00:16:48: darüber hinaus ist es so dass diejenigen die bei uns Führungsverantwortung haben also nicht nur die beiden Vorstände sondern auch es sind insgesamt einen Team von sechs Hoffentlich sage ich jetzt nicht die falsche Zahl von uns selbst.

00:17:03: Die insgesamt Agenturleitungen sind, eine Kollegin ist erkrankt und diese sind schon sehr langjährig bei Neues Handeln also die arbeiten alle schon über zehn Jahre beim Neues handeln.

00:17:13: Also von daher glaube ich habe die zum Teil sogar noch mit ausgebildet und sie sind sehr identifiziert mit diesem Laden was bei uns auch relativ hoch, bei anderen Kolleginnen und Kollegen ist.

00:17:27: Weil sie sich sehr mit der Sache identifizieren und auch mit unserer Art des Miteinander-Umgehens sehr stark identifiziert.

00:17:35: Von daher war ich von Anfang an der Überzeugung, das ist in guten Händen gelegt, dass Sie jetzt daraus das eigene Weiterentwickeln müssen.

00:17:43: Das ist so!

00:17:45: Auch wenn ich meine thirty-seven Jahre mir anschaue als ich angefangen hatte.

00:17:49: es gab kein Internet E-Mails sowieso nicht, ich habe alles per Post und Telefon gemacht.

00:17:54: Das kann man sich heutzutage gar nicht mehr vorstellen!

00:17:56: Die Presse hatte noch die ganz entscheidende Kommunikationswirkung.

00:18:01: Und das heißt es war ein ständiger Wandelprozess gewesen den wir eingehen mussten.

00:18:06: Das einzige was konsequent geblieben ist waren die Kundinnen und Kunden und natürlich die Kollegen Wie gesagt, viele schon langjährig bei uns dabei.

00:18:14: Aber alles was Kommunikation betraf hat sich komplett verändert und jetzt mit KI sind natürlich die Kolleginnen und Kollegen genau an der gleichen Situation wieder.

00:18:22: Was bedeutet das?

00:18:24: Das habe ich auch noch mitgekriegt in die Transformationen, die wir dafür in den Weg gesetzt haben um wirklich auch interdisziplinär zu arbeiten, um diese Frage auch inter-disziplinär beantworten zu können.

00:18:36: Und ich hab das Gefühl sie sind da auf einem super Weg!

00:18:38: Wir sind auch weiter im Austausch.

00:18:40: klar... Ich bin auch immer offen, wenn irgendwelche Rückfragen sind.

00:18:44: Aber letztendlich weiß ich es selbst... ...ich trage das nicht mehr!

00:18:50: Sondern Sie tragen das jetzt?

00:18:52: Natürlich besteht das Risiko.

00:18:54: Es würde nicht funktionieren.

00:18:56: aber ich habe das Großvertrauen in sie und ich glaube dass ist auch immer der Punkt wie stark ist das Vertrauen.

00:19:01: Ich weiß die können das und ich vertraue das auch und die machen das.

00:19:06: Sie werden auch ihre Höhen und Tiefen erleben, das ist normal.

00:19:09: Das muss so sein aber sie werden den Weg gehen da bin ich mir sehr

00:19:12: sicher.".

00:19:13: Was

00:19:13: würdest du denn anderen Unternehmerinnen raten die vielleicht jetzt von einem ähnlichen Weg stehen wenn es irgendwie um Nachfolge oder Verantwortungsübergänge geht?

00:19:24: Hast ein paar Learnings die du teilen kannst oder wirst du vielleicht auch ein paar vielleicht engste Vorurteile abbauen an der Stelle?

00:19:31: Vorurteile vielleicht, eine Zeit lang habe ich auch gedacht also mit dem vorherigen Kollegen der schon früher ausgestiegen ist wir müssen niemand von extern einkaufen.

00:19:39: Also von intern gelb es niemandem und da würde ich tatsächlich Mut machen.

00:19:44: nein es gibt Menschen intern und wer ist involvierter als die Menschen die jetzt schon Bei dem Unternehmen arbeiten die eine hohe Diktifikation haben, die die Geschichte kennen.

00:19:56: Die Ausbildung haben und wissen wie der Qualitätsstandard auch ist.

00:20:00: Auch das ist ja ganz entscheidend!

00:20:02: Da würde ich tatsächlich Mut machen da nochmal genauer hinzuschauen und sich auch zu Trauen loszulassen und sie auch ein Stück weit machen zu lassen.

00:20:13: aber im Machen Das war ja jetzt nicht von Jetzt auf Gleich machen.

00:20:17: Ich bin rausgegangen, sondern ich habe das wirklich ein Stück weit begleitet auch über fünf Jahre lang.

00:20:24: D.h.,

00:20:24: der jetzige Vorstand ... Da war einer, wird die schon ausgestiegen?

00:20:28: Wir haben das drei Jahre zusammengemacht und er hatte auch bei mir gelernt und kam immer mit Fragen mich dann immer mehr ein Stück rausgezogen.

00:20:37: Ich habe ihn immer mehr selbst entscheiden lassen, ich hab ihm immer mehr auch damit eingeführt und ist ja auch jemand der das super kann – das muss man ganz klar sagen!

00:20:46: Aber dieses Ruder-Korte ist bei uns im Aufsichtsrat, er hat mal gesagt, in Würde bedeutungslos werden.

00:20:54: genauso war es in Würden.

00:20:55: Das finde ich einen super Spruch.

00:20:59: ihn würde auch nicht mehr wahrnehmbar zu sein, also sich langsam zu verabschieden.

00:21:03: Das ist glaube ich auch nochmal das ganz Entscheidende und immer die klare Kommunikation.

00:21:09: Das heißt ehrlich zu sein offen zu sein ganz klar zu sagen was man sich wünscht.

00:21:15: Das war überhaupt bei uns in der Personalführung.

00:21:17: Das kann auch, das glaubt man mir manchmal nicht sehr hart sein in der Rückmeldung.

00:21:22: Wenn was nicht gut ist, dann muss man auch nicht drumherum reden!

00:21:25: Ich kann aber auch sehr gut sagen, dass es supergut gelaufen ist und das auch klar zu kommunizieren... Und das hat ja etwas mit der Sache zu tun.

00:21:33: Ich werte ja deswegen dich Menschen ab im Gegenteil.

00:21:35: Man wertet die Menschen sogar sehr auf wenn man sich ehrlich mit ihnen auseinandersetzt und ihnen ein ehrliches Feedback geben.

00:21:42: Sie können nur mit ehrlichem Feedback lernen und da erlebe ich häufiger den Menschen Mut machen, die auch die Übergabe machen.

00:21:51: Für sich immer zu fragen wie ehrlich ist meine Kommunikation und sich auch zu trauen, ehrlich zu kommunizieren?

00:21:56: Weil das ist gar nicht so einfach!

00:21:58: Und ich glaube viele scheuen diesen Weg auch ein bisschen.

00:22:02: Wenn das jetzt alles so läuft... Jetzt hast du ja sozusagen habe ich verstanden in der AG In der neues Handeln musst du ja halt dann eigentlich immer weniger tun.

00:22:12: Ja sozusagen, da bist du ja wahrscheinlich noch hast du ja noch Kontakte oder gebringst ihr halt irgendwie nochmal sicherlich das eine oder andere nochmal ein aber immer weniger.

00:22:23: und die Social Summit da kannst Du ja halt weiterhin halt irgendwie agieren.

00:22:28: Was sind denn da deine Pläne jetzt für die Zukunft?

00:22:30: Bist du damit ausgelastet?

00:22:31: oder hast du jetzt irgendwie, wo du jetzt so viel sagst okay das ist jetzt auch gut zu.

00:22:35: Oder hast du noch wie andere Themen im Kopf wo du denkst ok da willst du dich jetzt weiter einbringen.

00:22:41: Vielleicht noch dazu bei Neues Handeln bin ich tatsächlich ganz raus.

00:22:44: Da werde ich auch Wunsch nochmal gefragt.

00:22:47: Ich kann aber auch verstehen, dass diese Fragen momentan sehr sperrlich sind.

00:22:51: Weil ich glaube die wollen wir erstmal beweisen.

00:22:53: das ist auch gut selber können Das kann ich total gut nachvollziehen.

00:22:57: Bei der Social Summit GmbH ist so, da es ja auch eine Idee gewesen war, die ich vor dreizehn Jahren schon in der Neues Handeln AG hatte.

00:23:03: Es war die Idee gewesen intersektoreale Veranstaltung zu machen, Vernetzung!

00:23:07: Ich fand's immer schwierig dass die Zivilgesellschaft hat sich untereinander getroffen, die Stiftungen haben sich unteinandergetroffen.

00:23:13: Die einzelnen Branchen der Wirtschaft untereinander und das wirklich zusammenzufügen als intersektorale Veranstaltung – und das ist uns mittlerweile auch sehr gut gelungen!

00:23:21: Und wir weiten das jetzt gerade auf die östlichen Bundesländer aus.

00:23:25: Wir haben auch schon zwei Unternehmen gewonnen.

00:23:28: Das ist die Wehmark in Mecklenburg-Vorpommern, die uns kostenlos ihre Räume zur Verfügung stellen bzw.

00:23:34: Räumemieten für die Veranstaltung und das sind die deutschen Werkstätten Hellerau in Dresden, die unsere wunderschöne Werksheile zur Verfügung Stellen und da die ja Innenausbau machen können sie natürlich das auch sehr schön mitgestalten wo wir das entsprechend tatsächlich auch kostenlos durchführen können.

00:23:51: Wir sind auch gerade auf der Suche nach Organisationen, die wir identifizieren denen wir Geld geben damit sie dann die Organisation dieser landesweiten Social Samils machen können.

00:24:02: Und wir finanzieren die dann mit einer halben Stelle, die brauchen keine halbe Stelle aber sie können das für sich nutzen um ihre Demokratiarbeit weiter auszubauen und zu praktizieren.

00:24:12: Das ist für uns so der Förderansatz und zusätzlich arbeiten wir mit der Schöpflin-Stiftung und der Kinnings Foundation beim Flow Thunder zusammen.

00:24:20: da finanziert eins und Zukunftswege Ost werden wir uns jetzt auch noch zusätzlich engagieren.

00:24:26: Das heißt, es ist so eine Mischung und da ist natürlich viel zu tun.

00:24:30: könnt ihr euch vorstellen also das weiter auszubauen?

00:24:32: wir sind jetzt gerade auch noch mit anderen Unternehmen im Gespräch.

00:24:36: ich bin sehr optimistisch.

00:24:38: ein drittes Bundesland ist wahrscheinlich das kann mich nicht nennen weil es noch nicht sicher ist aber sehr wahrscheinlich.

00:24:43: bei den andern beiden sind wir auch dran und ja dass macht auch sehr viel Spaß.

00:24:49: darüber hinaus habe ich tatsächlich ich hab immer Frauen in Führungspositionen gecoached.

00:24:55: Das mache ich jetzt auch partiell immer noch mal wieder weiter.

00:24:58: Würde ich auch gerne weiter intensivieren, das habe ich auch kostenlos gemacht weil ich einfach finde Frauen können dann manchmal noch eine Unterstützung gut gebrauchen um sich durchzusetzen und da auch in Führungspositionen sich zu behaupten.

00:25:12: Und ich habe eine Yoga Ausbildung gemacht.

00:25:15: Das hab' ich tatsächlich gemacht, weil ich finde gerade Menschen in meinem Alter es ist total gut sich zu bewegen diese Kraft aufzubauen immer die Älteste und es könnten immer die Kinder sein, wenn nicht sogar noch weiter.

00:25:32: Und da dann als ältere Person auch Menschen über fünfzig zu zeigen ihr könnt das auch.

00:25:38: und Bewegung kann man lernen egal wie alt man ist.

00:25:41: dass ist noch so was was ich zusätzlich machen will.

00:25:44: Ja mega cool weil du's gerade auch nochmal erwähnt hast gerne nochmal

00:25:49: auf

00:25:50: Demokratieförderung, Demokratieaustausch noch mal ein bisschen eingehen wollen.

00:25:55: Auch wirklich deine persönliche Sicht nochmal auf das Thema.

00:25:57: also warum braucht's das?

00:26:00: Und wir haben eben auch vor... Das ist bestimmt schon seit jetzt ein zwei Jahren, merkt mir immer wieder dass es da uns auch so unter den Fingern nicht weiß du persönlichen Engagiers dich ja auch an dem Bereich nie ist und man hat ja irgendwie über die letzten Jahre das Gefühl Da muss er jetzt noch mehr investiert werden in den Erhalt der Demokratie und in die Aufklärung das Ganze.

00:26:21: Wie schaust du denn drauf, auch mit deiner Erfahrung aus den vielen Jahren, die du da jetzt schon irgendwie teilbist?

00:26:27: Ohne Demokratie können Unternehmen eigentlich nicht agieren.

00:26:30: Unternehmen brauchen die Demokratie.

00:26:33: Das ist auch nochmal ein ganz entscheidender Punkt.

00:26:35: Das war jetzt nicht meine Motivation, aber ich bin da fest überzeugt, dass die Demokraties für uns die beste Lebensform sind!

00:26:42: Und diese zu bewahren.

00:26:44: und es gibt Parteien, wo ich das Gefühl habe da geht's nicht mehr um Demokratie sondern es geht mir um Autokratie.

00:26:51: Das ist eine andere Lebensart die nicht meine ist.

00:26:57: Diese demokratische Lebensart zu unterstützen und hier eine Stärkung zu haben.

00:27:02: Es gibt so viele, so tolle Initiativen gerade in den östlichen... Gut!

00:27:06: Ich kann jetzt eigentlich auch nur von den österreichischen Bundesländern sagen weil wir dann nur unterwegs sind Für die schon allein mit fünfhundert Euro machen sie in einer Scheune auf dem Dorf so eine tolle Kulturveranstaltung draus.

00:27:20: Das ist so toll und so lebendig!

00:27:23: Und diese Lebendigkeit, diese Vielfalt zu bewahren – das ist was, was ich einfach... wichtig und wesentlich finde.

00:27:33: Und ich kann es sehr gut verstehen, wenn man im ländlichen Raum ist und da ist nichts mehr los, dafür hat kein Bus mehr.

00:27:38: Da kann man nicht mehr einkaufen gehen.

00:27:41: Das muss man schon sehr die Natur lieben um sich richtig wohl zu fühlen und da aber wieder Lebendigkeit reinzukriegen und Menschen zu unterstützen, die das machen wollen.

00:27:53: Das ist für mich einfach ein Herzensanliegen und dann zu sehen dass das funktioniert.

00:28:00: viel Mut, das weiterzumachen und es zeigt mir auch dass ist der richtige Weg.

00:28:05: Ja das glaube ich auch und ich teile auch da das Menschenbild, dass ja Menschen die ja auch grundsätzlich also erstens helfen wollen zweitens sich halt engagieren wollen auch an Lösungen orientiert sind Und das ist da häufig einfach den Rahmen und den Raum halt irgendwie gebraucht.

00:28:22: Wir haben natürlich viele gegenläufige Trends jetzt, was halt dann wie Digitalisierung

00:28:29: usw.,

00:28:30: immer mehr Individualisierung und immer mehr Vereinzelung usw.

00:28:34: zufolge hat.

00:28:36: Was natürlich eben auch entsprechend ja teilweise genutzt wird um die Menschen halt im Wehe voneinander sozusagen zu entfernen Und auch aktiv noch getrieben wird.

00:28:49: und da glaube ich schon, dass das halt denn irgendwie das elementare ist wenn man halt dann wie das ist eigentlich der layer der darunter liegt.

00:28:58: Und ohne Demokratie kann man auf diesen anderen Nachhaltigkeits-Themen natürlich logischerweise auch vergessen.

00:29:03: Also insofern finde ich das halt super und im Endeffekt ist es ja auch so teilweise, ich meine ich bin ja nun jetzt so wässiger.

00:29:11: also ich bin zwar im Zonenrandgebiet halt irgendwie auch gewachsen ja quasi direkt an der Ostgrenze und hatte dann quasi halt nur die Perspektive in eine Richtung wann auf der anderen Seite die Mauer war Und bin ja auch teilweise frustriert, wo ich denke, ey so eine Scheiße das kann doch wohl nicht wahr sein.

00:29:26: Was ist da los?

00:29:27: Aber im Endeffekt ist es ja auch hier so dass auch hier das Menschenbild halt wie gilt und das auch dort halt ganz viele Leute halt wie Dinge halt wie vorantreiben wollen und wenn man sich halt mit irgendwas verbindet dann führt das ja auch wieder zusammen.

00:29:45: also insofern finde ich das total gut da halt ein Weg zu investieren.

00:29:50: Und trotzdem würde es mich mal interessieren, hast du denn so eine Ostverbundenheit oder hast du jetzt einfach nur gesagt okay das ist jetzt besonders notwendig?

00:29:58: Da habe ich jetzt den größten Hebel... Oder wie kopst du jetzt da drauf?

00:30:02: Also erstens merke ich dass ich immer für mich schwierig ist zu sagen die und die Ich sag immer es gibt solche und solche Egal wo man wohnt

00:30:14: So!

00:30:14: Und für mich war der Punkt gewesen Ich wohne auch momentan in Köln, habe noch eine kleine Wohnung in Berlin.

00:30:22: Weil wir natürlich viel von Berlin aus dann in die östlichen Bundesländer fahren.

00:30:28: Für mich haben die österreichischen Bundesländern schon immer eine hohe Faszination gehabt.

00:30:32: Ich hab meine Lehramtsarbeit damals über das Lutherbild in der DDR geschrieben und ich hab nach der Mauerwende eine Kampagne begleitet zum Thema Gewalt gegen Frauen fast alle aus Deutschen.

00:30:46: Wir haben Aktionsbündnisse, Fraueninitiativen unterstützt die dann gemeinsam Aktionen auf die Beine gestellt haben und ich habe mir freiwillig alle östlichen Städte ausgesucht weil ich einfach eine totale Neugier auf dieses Land habe!

00:31:00: Ich bin letztes Jahr den Rennsteig in Thüringen gelaufen.

00:31:03: das sind so netten also total nette Menschen da mitten auf der Supergrün und allerdings sehr fleichlastisch Es war, und das spüre ich halt.

00:31:16: Diese Neugier... Ich bin auch im Zornrandgebiet groß geworden!

00:31:21: Und mich hat es immer fasziniert mal in die andere Ecke zu gucken und zu sehen was da ist.

00:31:27: Und diese Neugiere, ich glaube, dass ist auch mit ein Motor, für mich.

00:31:33: Wir mussten uns entscheiden.

00:31:35: können nicht das gesamte Bundesgebiet machen und es kommt allerdings auch noch mit dazu, dass gerade in den östlichen Bundesländern was die Finanzierung anbelangt.

00:31:43: Die freiwillige Finanzierung von Stiftungen und anderen sehr sperrlich besetzt ist.

00:31:48: also da gibt es im Westen sind andere Traditionen.

00:31:51: Da haben die Unternehmen schon eine ganz andere Förderpolitik gehabt.

00:31:55: Das ist in den Östlichen Gebieten nicht so und von daher ist er einfach der Bedarf riesig.

00:31:59: und das war für mich dann letztendlich Pekonia auch ein Grund wo ich gesagt habe okay auch wenn wir nicht so massen viel Geld haben.

00:32:06: Aber das Geld, was wir haben hat dann eine hohe Wirkungsmöglichkeit und das war dann auch letztendlich der entscheidende

00:32:14: Grund."

00:32:14: Ja, irgendwie wehen musst du denn oder wen sind für dich vielleicht auch BegleiterInnen?

00:32:19: Oder auch Vorbilder den du gerne zuhörst, liest, was sie zuteilen haben oder eben auch mal zum Hörerkreis, wenn du nochmal ne andere Perspektive haben

00:32:28: möchtest?".

00:32:28: Ja, das gab in meinem Leben tatsächlich schon doch... einige Vorbilder.

00:32:34: Ich weiß, es war eine Zeit lang wirklich die Referatsleiterin des Referatsgewalt gegen Frauen damals Bundesfamilienministerium noch unter Merkel als Familienministerin, die ich super faszinierend fand – wie sie ihr Team geleitet hat und wie sie moderiert hat, die Art mit welcher Haltung sie auch ihre Arbeit gemacht hat ihr Anliegen durchgebracht hat bis dazu, dass ja nachher auch das Gesetz durch den Bundestag gegangen ist.

00:33:07: Weil es war erst später gekommen sehr viel später und das fand ich super faszinierend!

00:33:13: Und so gab es immer wieder Personen am Anfang sehr viele Frauen weil es für mich natürlich als Führungsperson nicht so viele Frauen in Führungspersonen gab die für mich wirklich eine große Ausstrahlung gemacht haben.

00:33:26: Und gerade momentan ist es in dem Bereich, glaube ich am meisten Hans Schöpflin von der Schöpflins Stiftung, der ein unglaublich tolle Art hat diese Stiftungen weiter voranzubringen und das finde ich schon super faszinierend!

00:33:44: Mich faszineeren Menschen denen es nicht um sich selbst geht sondern den um die Sache geht, also wo man wirklich merkt.

00:33:51: Die wollen was erreichen, die wollen etwas bewegen und das finde ich ganz entscheidend bei dem Punkt weil letztendlich ist es ja jetzt publisch ob ich irgendein Gartnolte oder irgendjemand anderes.

00:34:02: es ist Hauptsache es passiert und dieses passieren Das finde ich das Entscheidende und diese Menschen faszinieren mich am meisten

00:34:10: Genau.

00:34:10: Und dann noch zum Abschluss, weil wir sind tatsächlich schon ein bisschen über der Zeit aber es hat so Spaß gemacht für die Züge in Irmgard.

00:34:17: Als letzte Frage was sollen denn unsere Hörerinnen heute mitgenommen haben aus der Freude?

00:34:23: Ja das ist immer nochmal eine entscheidende Frage.

00:34:26: ich glaube die Neugierde nicht zu verlieren offen zu sein für das was kommt und auch keine Angst davorzuhaben.

00:34:33: das macht totalen Spaß.

00:34:34: Gestaltung macht Spaß Veränderung ist prima.

00:34:38: Also keine Angst vor Veränderungen, sondern sich darauf einzulassen und zu spüren dass das mir selber auch ganz viel bringt.

00:34:47: Und immer den eigenen Kopf nicht ausschalten, sondern zu sagen was ist wirklich mein Ding?

00:34:54: Was will ich und was bedeutet das?

00:34:57: Nicht anderen hinterherlaufen, sondern selbst denken und sich immer wieder klarzuwerden.

00:35:03: Ich habe ganz viel Stärke in mir selber und sich dieser stärken.

00:35:07: Ich sag immer, denn eigene Perlen sich immer bewusst zu sein.

00:35:10: Ganz lieben Dank!

00:35:11: Vielen dank für deine Zeit, vielen dank für die interessanten Einblicke.

00:35:16: Ähm ich denke noch über das ein oder andere nach.

00:35:18: deswegen bin ich halt grad so'n bisschen äh ja bisschen stiller gewesen.

00:35:22: Danke für die Moderation, Marc.

00:35:25: Und hat mir sehr viel Spaß gemacht.

00:35:27: Tolle Folge.

00:35:28: danke Irmgard.

00:35:28: Sehr

00:35:28: gerne.

00:35:29: Lieben

00:35:29: Dank für deine zeit.

00:35:30: Danke euch

00:35:37: Ja Nils wir haben mit Irmgart Neutche gesprochen.

00:35:41: Auch gerade im Nachhinein, als nicht mehr rekordet wurde, haben wir noch ein bisschen mit ihr gerade so nachklappt gemacht.

00:35:47: Wie schattest du es denn was denn zu so mit?

00:35:50: Ich hatte also mehrere Aha-Momente und habe dann halt irgendwie öfter mal in mich selber reingefühlt.

00:35:56: Es war natürlich eben nochmal zwölf Jahre vor meiner... eigenen Gründung halt.

00:36:04: dann irgendwie war, ist das natürlich krass was halt davor auch schon passiert ist.

00:36:09: Das hilft mir denn auch immer dabei nochmal die jetzigen Veränderungen auch noch mal sozusagen in den Kontext zu setzen und irgendwie auch immer zu denken ja okay gibt's ja irgendwie immer.

00:36:18: ich finde halt unterstütze total diesen Gedanken in Demokratie halt sich jetzt irgendwie einzubringen dort halt irgendwie Dinge voranzubringen weil dass eben das Fundament ist auf dem alles andere steht.

00:36:33: Und da denke ich halt im Wiegrade drüber nach und finde das halt irgendwie auch gut, auch nochmal zu gucken weil man da eben auch mit relativ ja also auch mit kleinen Mitteln schon tatsächlich wie Veränderungen herbeiführen kann was hier auch noch mal wieder eine Selbstwirksamkeit ist.

00:36:50: Das ist ja nochmal etwas anderes.

00:36:52: bin ich jetzt die Deutsche Bank oder die Sparkasse und kann da heute irgendwie irgendwas machen?

00:36:58: Das braucht sicherlich auch, aber hier auch den Betätigungsfeld, in dem man selber wirksam sein kann.

00:37:06: Da wirkte sie sehr mit sich im Einklang.

00:37:10: Ich fand es auf alle Fälle auf unterschiedlichen Ebenen faszinierend.

00:37:13: Was nimmst du denn mit?

00:37:15: Klappt mehr geht es sehr ähnlich.

00:37:16: Also das ist eine schon die Agentur, die sie damals gegründet hat und sich ja auch schon super spannend irgendwie mit welchen Themen und wie wichtig das eben auch ist da letztes Jahr fast schon uns alle entscheidungsfähig zu machen wenn nicht zum Beispiel an den Organspender ausweis denkt aber wie cool sie dann auch eben das Thema dann eben auch ein Nachfolge etc.

00:37:38: angegangen ist finde ich auch ganz spannend.

00:37:40: Äh, was für ein Konstrukt das jetzt geworden ist.

00:37:43: Und ich glaube wer da davor steht hat echt nochmal ein paar sehr coole hilfreiche Tipps von ihr bekommen und fährt auch noch mal eine neue andere Idee.

00:37:49: Ich bin ja immer wieder fasziniert wie viele Möglichkeiten es gibt.

00:37:52: aber steckst du und Stefan steckt dann natürlich als Inhaber von Fett auch nochmal viel mehr drin.

00:37:57: allein mit der Frage Wie kann ich's mir vorstellen?

00:37:59: Kann man sich ja wahrscheinlich schon Jahre rumschlagen ehrlicherweise und äh Ja den Ausflug in Demokratie und Demokratie Verständnis Das ist halt auch einfach immer spannend und zu gucken, was können wir da tun?

00:38:12: Und wen braucht es.

00:38:13: Und mehrere Beispiele mit wenig ist auch viel möglich.

00:38:17: Ähm das finde ich dann auch wieder total bestärkend und äh das ist ja dann auch wie man geht dann immer also jetzt aus dem der Folge natürlich voll und total inspiriert dann irgendwie raus.

00:38:27: Was für ein Werdegang dann auch jemand wie ihr gerade irgendwie hat und hatte wie wirksam sie auch ist als Person.

00:38:33: Ist nicht total beeindruckend.

00:38:35: Ja super!

00:38:36: Ich freu mich auf alle Fälle von unseren Nächsten Ich

00:38:38: mich auch.

00:38:39: Und dann bleiben wir mal weiter am Ball, würde ich sagen.

00:38:42: Bis

00:38:43: dann!